Wir schreiben den 02. Dezember 2012. Morgens um 06:03 Uhr falle ich nach fast 24 Stunden auf den Beinen in mein warmes und weiches Bett. Was war geschehen? Die Antwort folgt in den nächsten Worten :)

Ich war eine von 300 Glücklichen Seelen, die zum exklusiven „House of Night“-Event in München eingeladen wurde. Das ganze fand im „8Season“ statt. Zur „Fanparty“ kamen unter anderem auch die beiden Autorinnen P.C. Cast und ihre Tochter Kristin Cast. Zuhören gab es eine Lesung aus dem neuen 10. Band „Verloren“. Und natürlich eine Signierstunde. Doch jetzt erstmal alles der Reihe nach …

01.12.2012, 6:45 Uhr

Wiesbaden (Abfahrt)

Gerade noch wälzte ich mich in einem seltsamen Traum durch die Gegend, als mich das ein Surren total nervte. Aus meinem Halbschlaf wachte ich auf und hämmerte verzweifelt auf das Handy und bekam den Wecker nach gefühlten Jahren auch endlich aus. Genervt ließ ich mich zurückfallen und musste grinsen. Ich würde heute nach München fahren – glauben konnte ich es immernoch nicht. Langsam krabbelte ich aus dem Bett, frühstückte, machte mich fertig und verpasste, wie gewohnt meinen Bus, ohne, dass ich es wusste.

Es hieß also schnell schauen, wann der nächste Bus kommen würde und rennen war angesagt. Am Bahnhof angekommen, ging ich langsam zum Zug in Richtung Aschaffenburg und suchte mir einen Platz mit Steckdose – sicherheitshalber das Handy aufladen, bevor es zu früh den Geist aufgab. Und um 8:38 ging die Fahrt los.

Mission: „24 Stunden wach sein und nach München fahren“ war gestartet.

01.12.2012, 10:17 Uhr

Aschaffenburg (Abfahrt)

Zugwechsel erfolgreich geglückt. Alles pünktlich, alles glücklich. Soweit so gut. Karma war mit mir.

01.12.2012, 11:00 Uhr

Gemünden (Main) (Abfahrt)

Linda stieg zu mir in den Zug. Sie würde mich bis Nürnberg begleiten. Der nächste Zugwechsel erfolgte in Würzburg. Bis dahin unterhielten wir uns, oder eine schüchterne Stille trat ein.

01.12.2012, 11:42 Uhr

Würzburg (Abfahrt)

Unglaublich. Aber wir kamen pünktlich in Würzburg an. Dem fast hässlichsten Bahnhof den ich auf meinen Fahrten gestern/heute gesehen habe. Wir nutzten die Viertelstunde um uns mit Mittagessen auszurüsten. Das Glück spielte weiter mit und wir haben im vollen Zug einen guten 2er Sitz bekommen. In meinem Kopf herrschte ein Chaos der Gefühle.

Buchbrunn-Mainstockheim – ein Ortsname, den man wohl am schnellsten vergisst. Denkste. Denn das wurde der Lieblingsort von Linda und mir. Aber auch nur, weil da ein Baumhaus direkt an der Haltestation war. Ansonsten begann hier, das Schicksal seinen Lauf zu nehmen. Rauchmelderalarm. Sehr geil, weill man 4 Stunden von der Heimat weg ist und mit dem Zug irgendwo in der Pamper sitzt, mit fast leerem Akku. Die Zugdurchsage war sehr leise, sodass man nur mitbekam, dass es einen Zwischenfall gab. Eine Station und 20 Minuten später erfuhren wir auch, nach nochmaligen 10 Minuten rumstehen, was genau los war. Irgendein ****** Raucher hielt es für clever, auf dem WC im Zug zu rauchen. Dieser jemand wurde zu meinem persönlichen Lieblingshelden meiner Fahrt nach München. Ganz ehrlich.
(Das war eine sarkastische Stelle, für diejenigen, die das nicht verstanden haben.)

01.12.2012, 13:37 (13:10) Uhr

Nürnberg (Abfahrt)

Mit einer Verspätung von etwa 27 Minuten trafen wir in Nürnberg ein. Linda eilte los, um zum Buchladen zu gelangen, wo P.C. Cast und Kristin Cast (House of Night) eine Autogrammstunden geben sollten – leider dachten wir, die wäre 14 Uhr, war leider schon um 13 Uhr. Das tat mir voll leid. Mein Zug nach München hatte sich hinter den aus Würzburg gestellt, was zu einiger Verwirrung geführt hatte. Aber der Umstieg erfolgte Reibungslos und jetzt war die Endstation des Zuges zum ersten Mal auch die, meiner Zugfahrt.

01.12.2012, 16:18 Uhr

München (Ankunft)

Endlich. Nach einer Fahrt voller, Nebel, Frost, Schnee und schneelosen Orten kam ich endlich am Bhf an. Fay empfing mich schon und vor lauter Freude musste ich sie umarmen. Durch die verspätete Ankunft und aufgrund meines leeren Akkus, begaben wir uns direkt auf den Weg zur UBahn um eine Station weit zum Sendlinger Tor zu gelangen.

Dort angekommen herrschte Verwirrung (und das lag nicht nur an den Dortmund Fans, denn natürlich musste gestern Bayern gegen Dortmund spielen – SUPER!).

Nach einem kurzen Telefonat und der Entscheidung: rechts oder links, fanden wir endlich das 8 Season.

01.12.2012, ca. 17 Uhr

Start des House of Night-Event

Vermutlich wird der Bericht über das eigentliche Event kürzer ausfallen, als über die gesamte Zugfahrt. Sei’s drum.

Am Eingang stahlen wir uns direkt vor in die erste Reihe – ohne es gewollt zu haben. Und begrüßten Sani, Yuna, Jennie und andere mir fremde Menschen. Immer in 4er Grüppchen wurden wir herein gelassen, ehe es zum Gästelisten-Check kam und jeder einen Coin für ein Willkommensgetränk bekam.

Wir machten und zunächst auf der Suche nach einer Garderobe. Anschließend gingen wir zum „Gezeichnet“-Stand. Hier wurden wir gezeichnet – mit glitzernden Mondsicheln (weil ich ja auch so auf Glitzer stehe – Achtung, Sarkasmus).

Zu Spät. Ich ließ mich zeichnen und wurde durch eine Schussligkeit zu „Glitzeredward“, die arme Frau vom „Gezeichnet“-Stand hat ausversehen das Glitzerzeug über mich verteilt. Meine Nase glitzerte, meine Stirn und sogar mein Oberteil und teile meiner Jeans. Ich fühlte mich plötzlich weiblicher als ich bin. Am liebsten hätte ich meine Barbie-Puppe genommen und wäre spielen gegangen. Karma war wieder da und eröffnete den Abend der Heffa-Patzer damit offiziell.

Denn als nächsten stießen wir alle an mit unserem Orangensaft-Kirschsaft-Gebräu, dass zur Deko (warum?) Minze drin rumhingen hatte. Beim Trinken verschluckte ich mich an so einem ***** Minzblatt und war mal wieder ein Witz für die Gruppe. Yeah!

Nach der anfänglichen Verwirrtheit und „Mondmalen-Neuzeichnen“ hieß es dann irgendwann zur Lesung gehen. Ajax las aus dem neuen Band vor. Das ganze wäre super gewesen, wenn er nicht so gestochen und gequält versucht hätte Hochdeutsch zu lesen. Und die Betonung war teilweise … nun, ja … scheiße. Nach einer kurzen Pause wurden dann die beiden Autorinnen angekündigt.

P.C. Cast und Kristin Cast im Interview und beim Signieren

In der süßen Atmosphäre gesellten sich Mutter und Tochter zu dem Interviewer dazu. Zunächst wurden einige Fragen gestellt, die (vermutlich) von Fans im Internet im Vorfeld gestellt wurden. Anschließend durften Fragen aus dem Publikum gestellt werden. Das ganze wurde via Livestream übertragen. Natürlich hatten wir das unglaubliche Glück mehr als einmal zu sehen gewesen zu sein (vor allem während der Lesung).

Das Interview war total süß. Die beiden hatten oft kreative Antworten. Was mich manchmal genervt hat, war, wenn sie das Mikrophon beim sprechen runtergenommen hatten. Den Sinn habe ich nicht verstanden. Ansonsten war es oft nervig, dass übersetzt wurde, obwohl es nicht so schwierig war, alles zu verstehen – allerdings kann ich auch bisschen Englisch, von daher weiß ich nicht, ob das auf alle zutraf :P

Später folgte wieder eine kleine Pause, in der die beiden zum Signiertisch geführt wurden und die Fans die Chance bekamen, ihre Bücher signieren zu lassen.

Was man den beiden hoch anrechnen musste, war die natürliche Art. Zumindest kam es so rüber. Vor allem Kristin war mir total sympathisch. Sie waren oft am Lachen oder sich gegenseitig am necken :P

Man konnte an einem kleinen Buchstand ebenfalls Bücher kaufen, falls man keine dabei hatte. Oder den neuen Band kaufen wollte. Als ich an der Reihe war, war es wieder mal seltsam. Ich hatte meine Kamera um den Hals hingen, weil ich nebenbei immer Fotos vom Event gemacht hatte und dann sprach mich die eine Organisatorin an, ob ich auch ein Foto machen wollte. Verwirrt von der Frage, wie ich war, stürmte ich hinter den Tisch und wurde direkt mit „no no no“ abgewimmelt und musste wieder nach vorne und mich seltsam vor den Tisch stellen für ein Foto (das nichts geworden ist) – an der Stelle war ich etwas enttäuscht (obwohl ich ehrlich gesagt, gar kein Foto haben wollte :P )

Zuvor, als ich meine Bücher aufgestapelt hatte, entging es niemanden, dass es die Amerikanischen Ausgaben waren. Natürlich wurde ich gefragt, warum ich keine deutschen hätte. Da ich ja Band 1-7 auf Deutsch habe (3-7 immernoch eingeschweißt) meinte ich, dass ich die Bücher auch auf Deutsch hätte und auf Britisch. Was zwar nicht gelogen war, aber im Endeffekt so rüberkam, dass ichjedes Buch hätte. Dabei besitze ich nur 2 britische Bücher, nämlich 3 und 4 und 5-10 auf Englisch, sowie die beiden Shortstories und das Handbuch. Na ja. Deswegen hagelte es tausende „Thank you“, denn ich hatte ja jetzt mehr als 30 Bücher zuhause rumstehen … lol.

Die „Castle of Night“ Truppe verpflichtete mich dann plötzlich noch als Fotografin für ihre Fangeschenke. Also waren von 167 Fotos gestern rund 100 nur von denen :P Aber es war auch eine tolle Idee und die Cast’s haben sich wahnsinnig gefreut.

Und da war auch schon das Ende erreicht und die Party sollte starten. Es war halb 8 abends und nicht mal mehr 20 Leute anwesend. Irgendwie haben die Fans das mit der „Party danach“ nicht verstanden. Also durfte unsere 12er Gruppe Essen und Trinken, bis nichts mehr ging. Die Goodiebags im Anschluss, als wir die Location verließen, waren dann auch Mehrfach je Besitz.

An der Stelle sei direkt gesagt: Ich habe ein paar tolle Sachen für ein Gewinnspiel für euch :D Dazu aber später mehr.

Fazit des Abends

Das Event war ansich toll aufgebaut. Schade war, dass viele Fans nicht erschienen und nicht abgesagt hatten. Das ganze äußerte sich in einem Besuch von weniger als 100 Leuten (300 sollten eigentlich kommen). Das war wirklich schade.

Ansonsten muss ich sagen, dass sich die 8 Stunden Fahrt und 70 Euro Zugkosten durchaus gelohnt haben – allein, weil ich viele liebe Menschen wiedersehen durfte ♥ Unsere Gruppe ging danach ein bisschen durch die Straßen und beendete den Abend im Mäcces am Karlsplatz.

Nach unzählig vielen Umarmungen (was mir viel Kraft gekostet hatte, weil ich zu viel menschliche Nähe nicht ertragen kann :P ) und einem erbettelten Autogramm *hust* von Frau Jäger mussten Fay und ich auch schon zum Bahnhof und unseren Zug bekommen. Zurückblieben in meinem Kopf die wunderbaren Menschen und Eindrücke, und der Entschluss nächstes Jahr auf jeden Fall wieder nach Bayern zu kommen.

01.12.12, 22:47 Uhr

München Hbf (Abfahrt)

Fay und ich fuhren mit dem selben Zug zurück. Und doch nicht zusammen. Denn wir das Schicksal es wollte, musste sie in einen der ersten drei Wagen einsteigen und ich in einen der Schlafwagen des CNL (CityNightLine – die hatten Liegen mit Kissen und Decken!). Also hieß es früher als geplant Abschied nehmen. Aber ich gab mir im Stillen das Versprechen, sie mal in BaWü besuchen zu kommen.

In meinem Abteil gesellte sich ein junger Mann, der, wie sich durch einen doofen Kommunikationsfehler zwischen uns herausstellte, aus Texas, USA kam. Es war total cool, mit ihm zu reden. Die Erkenntnis, dass er unser ganzen Bahnsystem total toll fände, bestärkte mich in der Meinung, dass dieDeutsche Bahn halt nicht so schlecht ist, wie ihr Ruf. Außerdem kam ein Pärchen mittleren Alters mit dazu, die scheinbare Dortmund-Fans waren. Ich fragte sie aus, wer gewonnen hätte.

Irgendwann verliefen sich unsere Gespräche in Stille. etwa eine halbe Stunde nach Zugabfahrt schliefen wir alle. Meine innere Uhr weckte mich immer 5-10 Minuten vor der nächsten Station. Nur das eine Mal nicht, als wir in Plochingen gehalten hatten, wo Fay ausgestiegen war.

Mein Handyakku war zudem während des Events tot gegangen. Und in unserem Abteil gab es keine Steckdosen, dafür aber in einen der beiden Waschräume. Waschräume in einem Zug. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Die Fahrt verlief ruhig und ohne Durchsagen. Also konnte ich die meiste Zeit schlafen oder in den Wachphasen mein Buch weiterlesen.

02.12.12, 03:40 Uhr

Frankfurt/Main Flughafen (Ankunft)

Angekommen. Traurigkeit, Müdigkeit und Bedrücktheit machten sich in mir breit. Der Tag war vorbei. Ich war nun seit fast 20 Stunden wach und schon wieder aus München zurück. Zwischendurch, nach Mannheim, ereilte unseren Zug ein Kälteeinbruch: Schnee, wo das Auge sehen konnte. Für mich begann jetzt eine endlose Stunde des Wartens auf die Sbahn zurück nach Wiesbaden.

02.12.12, 05:35 Uhr

Wiesbaden Hbf (Ankunft)

22 Stunden wach. Schnee. 17 1/2 Stunden Zugfahrt.
Total müde (und vermutlich habe ich in der Sbahn sogar geschnarcht) schaute ich auf mein Handy, dessen Akku ich im Waschraum im Zug aufgeladen hatte, sagte, dass in 2 Minuten mein Bus direkt vor die Haustür fahren würde.

Problem A: Ich brauch allein 3-4 Minuten um zu dem Bussteig zu kommen. Aber der Bus hatte Verspätung.

Und auch wenn er eiskalt war, ich war froh, so wenig Weg zurücklegen zu müssen.

02.12.12, 06:18 Uhr

Endlich Zuhause. Endlich Schlafen. Gute Nacht – oder Guten Morgen. Es war toll.

Auch, wenn der Schnee mittlerweile weg ist …