Montag, 17. Juni 2013

Ich habe mich endlich dazu durchgerungen mir selbst einzugestehen … ja, ich bin ein Buchjunkie. Frustriert von der Uni und den ganzen Abgaben, und der Tatsache bei 30 Grad in der Wohnung zu bleiben, weil man arbeiten muss, habe ich mich entschlossen, rauszugehen. Mit Paramore auf den Ohren, ging ich also los. Das Ziel war es einen Brief einzuwerfen. Und weil ich gerade in meiner Fitness-Phase bin, habe ich Nein zum Bus gesagt und bin 2 ½ km in die Stadt gegangen. Abgesehen von der absolut viel zu hohen Temperatur, war es ganz entspannt.

Doch dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Zum Briefkasten musste ich an einem Buchladen vorbei. Wie jedes Mal, wenn ich in der Innenstadt bin. Noch konnte ich mich zurückhalten, dem Drang meiner Sucht widerstehen. Ich ging schweren Herzens am Laden vorbei, auch wenn ich das laute Lachen auf meiner Haut spüren und in meinem Kopf hören konnte. Im Versuch einen Umweg zu gehen, landete ich im Aldi Süd. Nun, wer Aldi (Süd) kennt, weiß, dass es hier fast unmöglich ist, von Büchern verlockt zu werden.

Nun, die traurige Wahrheit ist, an der Kasse standen Bücher. Und sie standen alle in einer Ecke versteckt. Davor jeglicher Müll, wie Preisschilder für den Flachbildfernseher, auf dem die Bücher standen. Ich sah die Szene und mir war ganz mulmig im Bauch. Niemand beachtete diese Bücher. Keiner nahm Notiz von ihnen. Niemand, außer mir. Ich konnte das Schluchzen hören. Da ich sowieso nichts einkaufen wollte, ging ich also schnell zu den Büchern und streichelte sie; flüsterte ihnen zu, dass sie bald ein neues und warmes zuhause finden würden. Dass sie eines Tages von Menschen gekauft werden, denen Bücher nicht egal sind. Und trotzdem wollte sich ein Buch das leben nehmen, aber ich konnte es gerade noch rechtzeitig von seinem lebensgefährlichen Sturz von dem Karton retten.

Von meiner guten Tat beflügelte trat ich meinen Rückweg an und wollte noch einen kurzen Stopp an der Langnese Happiness Station machen und ein Eis essen. Doch, wie es das Schicksal so wollte, musste ich am Buchladen vorbei. Aber ich habe die Straßenseite gewechselt um der Versuchung zu widerstehen. Es ging auch gut. Bis ich an der Kreuzung stand. Ich musste mich entscheiden, weiter gehen oder in den Buchladen. Man sah mir meinen Kampf förmlich an. Nach dem ich hin und her gewankt bin, trugen mich meine Beine doch noch zu Hugendubel.

Es fühlte sich gut an. Im Bauch begann es unhaltsam zu kribbeln. Ein tolles Kribbeln. Der Geruch von bedrucktem Papier, gebundenen Büchern. Mein Herz macht einen Sprung und ich vergaß die Zeit. Schlenderte durch die Gänge. Schaute mir Bücher an. Und doch hatte ich nur einen Gedanken im Hinterkopf: Du darfst nichts kaufen. Du darfst deiner Sucht nach Büchern nicht nachgeben. Ich sog den Geruch der Bücher genüsslich ein. Fasste die Ansichtsexemplare an, leste hinein. Doch dann rief mich mein Gewissen. Ich musste gehen. Ganz schnell gehen, bevor mich die Sucht zu einem weiteren SuB-Kauf überzeugen würde.

Ich hatte es wieder geschafft, glücklich und dennoch ohne Buch aus dem Buchladen zu gehen. Das einzige was mir an dem Tag am meisten geschmerzt hat, waren die unzähligen Bücher, die dort liegen; einsam liegen. Ich hoffe, dass sie eines Tages eine neue Heimat finden in der sie ebenfalls von Freunden umgeben sind und mit viel Liebe und Fürsorge gelesen werden.

Und nun, was soll ich sagen. In dem Moment ist die Idee gewachsen, über mein Leben als Buchjunkie zu schreiben. Mit meiner Sucht nach Bücher zu leben und trotzdem glücklich zu sein. Okay, zugegeben, ich bin mit der Buchsucht auch glücklich. Mein Bankkonto jetzt nicht unbedingt.

Mein Name ist Heffa Fuzzel und ich bin bedingungslos glücklicher Buchjunkie.