Mittwoch, 25. September 2013

Jeder kennt das Problem: Ein Buch reicht einfach nicht. Doch warum reicht uns ein Exemplar eines Buches nicht? Denken wir nicht ökologisch genug? Vergessen wir dabei etwa, wie viele Bäume sterben mussten?

Ehrlich gesagt, niemand denkt darüber nach, was die politisch korrekte Antwort auf diese Fragen ist. Die Wahrheit ist, ein Buchjunkie brauch Bücher zum überleben. Und die Bücher brauchen Junkies zum überleben. Sagen wir, es ist eine Symbiose, die die beiden eingehen: Keiner kann leben, wenn der andere nicht lebt (wieso erinnert mich das an einen ähnlichen Spruch aus einem Buch).

»Weniger ist mehr«, sagen sie. Bücherjunkies denken sich nur: »Die Anzahl der SuB Bücher ist dreistellig? Scheiß drauf. Jetzt erst recht!«

Es beginnt mit einem kleinen Funken: Die Freude über das neue Buch. Wochenlanges Warten und nun endlich ein neues Buch. Früher, ja früher, konnten wir unsere Bücher an einer Hand abzählen. Stapel ungelesener Bücher, sowas gab es gar nicht. Man hatte immer weniger Bücher, als man lesen konnte. Was ist nun also passiert? Warum ist der Stapel ins unüberschaubare gewachsen?

Nun, ich bin Buchblogger geworden. Man will welche vorstellen, bekommt einige empfohlen – und bekommt andere geschenkt. Was tun? Ablehnen? Nein sagen – sollte man. Geht nicht. Bücher schauen einen mit Hundeaugen an. Rehbraune Augen, die dich traurig anschauen. Anflehen, dass du sie aufnimmst. Nur du kannst ihnen ein Zuhause geben, schließlich weißt du, wie man Bücher richtig zu behandeln hat. Da kommt es gut und gerne mal vor, dass man ein Buch mehrmals besitzt, und für Freunde schon als private Bibliothek dient.

Warum Buchjunkies von jedem guten Buch mindestens 4 Exemplare brauchen:

#1 steht im Regal
#2 um es Freunden auszuleihen
#3 um es zu lesen
#4 falls man #2 von Freunden nicht oder in einem schrecklichen Zustand zurückbekommt

Und … wie viele Exemplare hättet ihr?

Ich habe meinen SuB schon lange nicht mehr gezählt, aber meine kleine Zahl (im Gegensatz zu anderen Buchjunkies) von etwa 50 Büchern, sollte bereits erreicht sein (e-Books eingerechnet). Fremde verstehen teilweise nicht, warum man einen SuB betreibt, eine Bibliothek, und trotzdem Bücher kauft; kaufen muss. Nun — ich weiß es auch nicht. Bücher beruhigen einfach. Und auch, wenn das Hobby teuer ist: Buchblogger for the win.

Fettie kriegt einen Zuckerschock in der Schokoladenfabrik. Buchjunkies auf der Buchmesse. Noch mehr Bücher. Es stehen nicht schon genug ungelesene Exemplare rum. Das hier gibt es mit Signatur. Ab geht’s. Wie im siebten Himmel durch 10 Hallen, 3 Etagen … laufen, riechen, genießen. Verlieben.

Warum pflegen wir Buchblogger nun Bücher, wie andere Leute ihre Trophäen? Nun, wir tun es, aus Liebe zu den Büchern.