Das Vorurteil Lesern gegenüber ist nicht unbedingt neu. Allerdings gewandelt. Liest man viel, ist man automatisch Streber. Und da Vielleser mit Büchern einem Hobby nachgehen, was andere Gruppen nicht nachvollziehen können, gelten sie auch oft als Nerds. Zwar andere als die Gamer oder Computerjunkies, aber trotzdem Nerd. Und das schlimmste ist, man wird selbst heutzutage noch belächelt, wenn man ein Hobby hat. Das nervt manchmal tierisch.

Und so viel schlechtere Menschen, können Lesenerds ja gar nicht sein, werden sie doch stets als erste zu Rate gezogen, wenn es in der Schule um Buchbesprechungen geht.

Neulich erst, wurde ich auf Instagram gefragt, ob ich etwas zu „Ein plötzlicher Todesfall“ von Joanne K. Rowling erzählen könnte. Für ein Schulreferat. Eigentlich war der Kommentar sogar so zu verstehen, dass ich den Vortrag schreiben sollte. Sind die Leute zu faul geworden, zum lesen? Das wird sich wohl nie ändern. Die vermeindlichen Streber sollen die Arbeit für andere übernehmen.

Nur weil man viel liest, muss man nicht viel wissen. Man versteht nur besser. Und vielleicht erkennt man bestimmte Situationen schneller. Kann sie abwenden. Zum Beispiel, wenn Beziehungen von Freunden nach einem Muster ablaufen, das man in irgendeinem Buch schon mal gelesen hatte. Man erkennt die Vorzeichen und kann sich schneller drauf einstellen, in welche Richtung es gehen könnte. Man kann vielleicht auch das Zwischenmenschliche besser verstehen.

Wir lesen vielleicht viel. Und gerne. Und bloggen noch viel lieber darüber. Macht es uns zu Strebern? Vielleicht.

Aber dafür, haben wir ein Hobby und müssen uns nicht grundlos besaufen.

Danke an Anne, die mich für dieses Bekenntnis inspiriert hat.