Daten zum Konzert

konzertkarte-schlaflos-tour-jennifer-rostockDatum: 04. Februar 2014

Einlass: ca. 19:00 Uhr

Start: ca. 20:00 Uhr
Ende: ca. 22:50 Uhr

Location: Kulturzentrum Schlachthof in Wiesbaden

Headliner: Jennifer Rostock

Support-Act: Marathonmann

 

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Das Konzert

micha-von-marathonmann-2Eines Tages werden die Konzerte zu einer einzigen Porno-Extase ausarten, ich schwör, wenn Wiesbaden das überhaupt beim moshen mitbekommt. Aber, wie immer, sollten wir ganz am Anfang los legen, und nicht das Fazit vorweg nehmen.

Vor dem Schlachthof bildete sich eine Schlange, die gefühlt einen halben Kilometer lang war (real waren es vermutlich 100-200 Meter). Als der Einlass los ging, die Taschen und Körperkontrollen, wurde die Länge schnell minimiert. Obwohl kurz vor Einlass da, konnte man trotzdem noch sehr schnell weit vorn stehen – auch, wenn einige Fans seit 11 Uhr mittags dort warteten, was etwas übertrieben war.

Um 20 Uhr wurde das Saallicht gelöscht und das Publikum begrüßte die Support-Band: Marathonmann. Die Post-Hardcore-Band aus München eröffnete ordentlich das Konzert. Etwa ab der Hälfte des Sets strömten die ersten auseinander und damit wurde das feucht-fröhliche Moshen in Wiesbaden eröffnet. Die Stimmung war einfach bombastisch! Besser hätte ein Support das Konzert nicht eröffnen können. Von der Stimmung eingenommen, sprang auch der erste zum Stage Diving in die Menge. Nicht das letzte Mal, wie wir später feststellen werden. In der Zeit kam Christoph, Bassist von Jennifer Rostock, auf die Bühne und begleitete die Band einen Song lang.

jennifer-rostock-im-schlachthof-wiesbaden-001Schade, dass nach dem letzten Song durch die etwas zu lange Umbau-Phase die Stimmung runterfahren musste. Aber alles in allem haben die drei Mitglieder von Marathonmann tolle Arbeit geleistet und für die nötige Temperatur gesorgt.

Gegen 21 Uhr wurde es wieder dunkel und hieß nur eins: Jennifer Rostock und Show voller … nennen wir es überschwenglicher Liebe, Lust und Freude würde beginnen. Aus der vorderen Mitte erhallte direkt das Gekreische, bevor überhaupt wer zu sehen war. Gefühle, die sonst nur bei Boyband-Konzerten aus den 90er aufkommen, galten Jennifer und ihrer Band. So, wie die Fans brüllten, wohl eher der Frontsängerin.

Mit Phantombild (zweite Auskopplung des vierten Studio-Album Schlaflos) wurde das Konzert im Wiesbadener Schlachthof gebührend eröffnet. Als hätte es die Umbaupause nicht gegeben, ging das moshen und pogen in die nächste Runde. Das begeisterte auch die Band, die von dem Tatendrang schwer begeistert war und selbst gern mitgemacht hätte. Sie lobten mehrmals, wie geil es in Wiesbaden wäre und wie toll es sei, dass die Mitte so aktiv wäre.

jennifer-stage-divinDie Konfettikanone schoss das erste Konfetti durch die Halle. Die letzten Fans rasteten aus, ehe es weiterging mit der Setlist. Völlig außer sich, wüteten die Massen bei der aktuellen Single K.B.A.G. (Kein Bock Aber Gästeliste). Wer jemals der Meinung war, Jennifer Rostock würden seichten Pop-Rock machen, hätte bei dem Publikum in Wiesbaden wohl alles erwartet, nur nicht diese Freude und Leidenschaft zum moshen und pogen.

Zwischendurch beglückte vor allem Jennifer mit ihrer offenen und verrückten Art und begeisterte das Publikum immer wieder. Vor allem, als sie sich auf einmal auf das Publikum warf und sich eine Runde tragen ließ.

Beim Song Der Kapitän (aus dem dritten Studialbum Mit Haut und Haar) kam Michi von Marathonmann auf die Bühne, und (übertrieben) gespielt überrascht über die mitgebrachte Kapitänsmütze, wurde der Song angekündigt. Das riss die Fans wieder völlig mit. Am Ende des Songs, wurden beide Mützen ins Publikum geworfen.

Jennifer Rostock RegenbogenfahneDer darauffolgende Song wurde mit einer Ankündigung eingeleitet, wie wichtig es sei, dass es egal ist, welche Herkunft man hat, welches Geschlecht man ist oder welche sexuelle Orientierung. Der erste Song aus dem neuen Schlaflos-Album: Ein Schmerz und eine Kehle erklang. Im letzten Teil des Songs schwang Jennifer die Regenbogenfahne.

Während des Sets, ich weiß nicht mehr wann genau, wurde die zweite Ladung Konfetti abgeschossen, dieses Mal waren es lauter roter Herzen.

Man muss wohl nicht mehr erklären, dass das Moshen und Pogen weiterging. Selbst, als Alex und Shelly aus dem Publikum geholt wurden und – in alter Tradition – den Song Feuer singen durften. Alex sang die erste Strophe und den ersten Refrain, Shelly die zweite Strophe und den zweiten Refrain. Das ganze war eine „Competition“. Alex, der mit seinem Hüftschwung das ganze Publikum auf seiner Seite hatte, begeisterte die Menge am meisten.

Lustig war es auch, als er mit dem Mikrofon-Kabel aus Versehen einen Bierbecher umwarf. Als ein Helfer kam, machte er nur „Geh weg“ und wedelte mit der Hand und Jennifer war sauer und meinte „Hey, das darf nur ich!“ – natürlich alles mit Witz auf den Lippen.

Shelly gestand, dass sie nervös sei. Jennifer forderte die Lichttechniker auf, das Saallicht anzuschalten. In dem Moment realisierten die beiden, wie viele Menschen sie anstarrten. Nervös? Jetzt wohl nicht mehr. Alex gewann einen Merch-Gutschein und damit die meisten Stimmen des Publikums. Shelly einen benutzten Stick mit den Unterschriften der Band. Beide waren total zufrieden und wurden wieder in die Menge entlassen.

jennifer-rostock-im-schlachthof-wiesbaden-002Zwischendurch erzählte Jennifer auch, wie toll es wäre, auf Tour zu sein. Und auch, wenn die Fans am Ende der Konzerte ihre Geschichten mit der Band teilten. Die Band sei so dankbar, dass die Leute die Konzerte besuchen, Stimmung machen und so viel Privates – Schönes und Trauriges – mit der Band teilen. Diese Dankbarkeit der Band war völlig authentisch. Sie kündigten direkt an, dass am Ende des Konzerts am Merch-Stand Mexikaner getrunken und Autogramme und Fotos gegeben werden würden.

Doch, noch war das Konzert lange nicht zuende. Bei Du willst mir an die Wäsche (Auskopplung aus dem zweiten Album Der Film), wurden die Fans aufgefordert sich eines Kleidungsstückes zu entledigen. Das sollte bei dem Song über den Kopf gekreist werden. Der Song ertönte in der Version, wie er Re-Released wurde (zur ersten Live-DVD-Veröffentlichung). Man konnte unzählige Kleidungsstücke sehen, die in der Luft herumwedelte. Vor einem Jahr, in Frankfurt, zog sich ein Mädel komplett oben rum aus und bekam dafür ein Gratisbier.

jennifer-rostock-im-schlachthof-wiesbaden-003Interessant wurde es auch, als Das Schiff versinkt fast stromlos performt wurde. Im Anschluss kam direkt das Miley Cyrus Cover zu Wreckingball. Fans in der ersten Reihe hatten eine Miley Figur mit der Abrissbirne. Nur, dass sie den Kopf von Jennifer draufsetzten. Jennifer war so begeistert, dass sie sich eines davon schenken lies mit dem Kommentar, dass der Song super wäre, „die Alte“ aber … nicht, um es politisch korrekt zu sagen. Das Publikum stimmte der Sängerin mit tosendem Applaus zu.

Der nächste Song wurde sehr emotional. Joe, der Keyboarder, übernahm das Mikro und fragte, wer alles seinen Heirats-Antrag in Berlin mitbekam. Die Fans applaudierten lautstark. Er erklärte, dass der Song Du nimmst mir die Angst der erste und einzig wahre Liebessong der Band wäre. Den Song schrieb er für seinen Verlobten. Das fanden die Fans sehr rührend.

abschluss-konfetti-glitzerBeim finalen Song Es war nicht alles schlecht kam Nico auf die Bühne und übernahm seinen eigenen Screamo-Part. Wieder rasteten alle völlig aus. Nico sprang auf das Publikum. Es folgte das lautstarkes Verlangen nach einer Zugabe, die folgte. Noch einmal gab die Menge alles. Beim letzten Song, der 3-Song-Zugabe, Mein Mikrofon sollte zum Schluss das Publikm wieder einen Part selbst singen (das kam während des Konzertes öfters vor).

Die Fans hatten noch immer nicht genug. Und es folgte eine zweite Zugabe, die ruhig und beruhigend daher kam. Mit Schlaflos entließ die Band die Fans in die Nacht. Natürlich mit einem Schuss Glitzer-Konfetti!

Gegen 23 Uhr lichteten sich die Reihen, während ein Großteil an der Gaderobe anstatt, wartete die andere Meute am Merch auf die versprochene Signierstunde. Etwa 45 Minuten später kam die Band und stellte sich allen Autogramm- und Fotoanfragen. Vor allem Jennifer nahm sich die Zeit für Gespräche mit jedem einzelnen – während die Jungs rumalberten. Das Ganze ging bis weit über 1 Uhr nachts hinaus.

Setlist

  • Intro
  • Phantombild
  • Es tut wieder weh
  • K.B.A.G.
  • Ich kann nicht mehr
  • Echolot
  • Der Kapitän
  • Ein Schmerz und eine Kehle
  • Nichts tät ich lieber
  • Tauben aus Porzellan
  • Feuer
  • Der blinde Passagier
  • Du willst mir an die Wäsche
  • Himalaya
  • Das Schiff versinkt
  • Wrecking Ball (Miley Cyrus cover)
  • Du nimmst mir die Angst
  • Es war nicht alles schlecht
Zugabe #1:
  • Zeitspiel
  • Kopf oder Zahl
  • Mein Mikrofon
Zugabe #2:
  • Schlaflos

 

Mein Fazit

Marathonmann

micha-von-marathonmannSexy! Bereits als Michi, der Bassist und Sänger, mit seinem roten Bandana auf der Bühne war, habe mich verliebt. Also nicht verliebt-verliebt. Sondern ich wusste: Das Folgende wird einfach nur mega geil werden. Und ich wurde nicht enttäuscht. Während sie ihre Post-Hardcore-Mucke spielten, stieg die Temperatur im Saal.

Die Musik hat mir gut gefallen. Wieder einmal haben Jennifer Rostock eine gute Vorband gehabt. Wobei ich ganz dankbar dafür bin, dass das DJ-Set der letzten Tour wegblieb.

Die Band verstand es, Stimmung zu verbreiten und auch die wenigen Leute, die die Band bereits kannten, verstanden sich darin, Stimmung zu machen. Auch wenn es unklug von mir war, vor dem Moshpit (also wirklich VOR) zu stehen und mein Rücken mehr Schultern spürte als alles andere, heizte die Band das Publikum so dermaßen ein, dass bei Jennifer Rostock die Stimmung einfach mehr als am Kochen war.

Ich würde fast behaupten, dass die Band dafür Sorge trug, dass ab der Hälfte des Support-Sets bis zum letzten Song von Jennifer Rostocks Set, die Meute wild am tanzen und vor allem am moshen und pogen war.

Hut ab und danke an die Münchener Band, ihr habt mich fasziniert!

Zur Facebook-Seite: hier entlang.

Jennifer Rostock

jennifer-rostock-poster-schlaflos-tour-signiertIch kann meinem Fazit vom letzten Jahr (click here) eigentlich nichts hinzufügen. Außer, dass sie noch immer die Leute von neben an sind. Auch wenn die Fans nach dem Konzert fast eine Stunde warten mussten, bis die Band, wie versprochen, zum Merch-Stand kam, hat sich das Warten gelohnt. Wie bereits im Konzert, schienen sie wirklich dankbar, für jeden Einzelnen.

Da das Konzert dieses Mal in Wiesbaden war, konnte ich mir Zeit lassen, und hatte keinen Zeitdruck. Ganz gut so, denn ich „musste“ bis ca. 1:10 Uhr warten, dass ich meine Autogramme bekam und auch das Foto mit Jennifer – hätte auch gern ein Gruppenfoto gehabt, aber die Jungs waren schon froh, dass sie meine Poster bemalen durften :P Jennifer hatte in der Zeit mit den Fans gesprochen, machte Fotos usw.

joes-penis-poster-meisterwerkEs wurden immer etwa 4-5 Leute „rein gelassen“, als ich dran war, lies ich das Poster, was ich einer Freundin (Fay) und mir gekauft hatte, signieren. Die Jungs waren total froh, endlich was zutun zu haben.

Zumindest sagten sie das, was eher witzig gemeint war. Und weil sie so glücklich darüber waren, malten sie auf das zweite Poster, was für Fay war, direkt einen Penis.

Also eigentlich malte Joe den. Er und Alex fanden das so sau komisch (Alex malte mir ein Peace auf das Poster). Als ich dann nach einer Widmung bat, erkannte Joe direkt, dass es nicht für mich sein würde.

jennifer-weist-und-heffaAus Trotz haben sie das Penis-Poster noch weiter verschönert und Peace und etwas, was auch immer, darunter malten. Ich bin hoch neidisch auf Fay, die jetzt Joe’s Penis-Poster-Meisterwerk bekommt, wenn wir uns das nächste Mal sehen.

Als Jennifer mir die Poster signierte, fragte sie auch, ob wir noch ein Foto machen wollen und ich so: „Okay, muss nur schnell mein Handy suchen“. Dann knipste Joe zwei Fotos, nach „Moment … moment“ – „Kein Stress, wir haben Zeit“.

Alles in allem also ein von vorne bis hinten toller Abend mit der Band, wie immer, gerne wieder!