Die dieswöchige Montagsfrage von libromanie.de ist in drei Worten zusammengefasst: „Happy End erwünscht?“ Das Thema kann die Lager der Lesergemeinde tatsächlich spalten. Ja, teilweise sogar metertiefe Gruben ausheben.

Happy End, das definiert der Duden wie folgt:

[unerwarteter] glücklicher Ausgang eines Konflikts, einer Liebesgeschichteduden.de

Ich kenne viele Blogger und Leser, die ein Buch ohne Happy End schrecklich finden. Mich persönlich stören sie teilweise enorm. Klar, ich bin dafür, dass am Ende alle glücklich sind. Aber ich kann es nicht vertreten, wenn der Autor/die Autorin ein Happy End erzwingen, nur um des Happy End wegen.

Mich faszinieren Bücher und Geschichten, die spannend sind – wer nicht?! Das Wichtigste jedoch ist, meiner Meinung nach, dass das Ende zur Story passt. Was bringt der schlimmste, brutalste Krieg aller Zeiten, wenn am Ende die Feinde mit einem Schnips in den Armen liegen und sich liebkosen? Happy End. Friede, Freude, Eierkuchen. Wer will sowas? Wer glaubt, dass es so sein kann – sein muss?

Montagsfrage happy ends erwuenscht

Auch bei der Entwicklung von Geschichten, ist die Frage nach dem Happy End immer gestellt – Pro- und Contra-Listen helfen. (Foto: Heffa Fuzzel)

Das ist so unglaubwürdig, wie eine Liebesbeziehung am Ende total romantisch enden zu lassen, obwohl die Charaktere gar nicht zusammen passen. Gut, ich lese Geschichten aber auch oft vom realistischen Aspekt her; allerdings unfreiwillig. Daher gehen mir Liebesgeschichten so oft auf den Keks, weil das teilweise so unrealistisch ist, dass vorher Schweine auf Vögeln fliegen lernen.

Davon mal abgesehen, dass es in der heutigen Zeit kaum noch Bücher gibt, die nicht mit einem Happy End zuende gebracht werden. Dadurch sind die meisten Geschichten vorhersehbar und werden schnell langweilig, was total schade ist.

Fazit: Happy Ends sollte es nur geben, wenn sie zur Story passen. Manche Geschichte verdienen ein Ende, dass nicht glücklich ausgeht. Nicht jeder bekommt sein Happy End im Leben. Und das ist realistischer, als irgendwas zu erzwingen. Man will ja schließlich auch nicht zu einer arrangierten Ehe gezwungen werden, oder?

Außerdem ist es doch viel spannender, wenn man mit einem Happy End rechnet, weil es immer da ist, aber am Ende keines bekommt und somit alles anders ist, als man zuvor erahnt hatte. Zudem kann auch eine Geschichte ohne das Klischee-Happy-End ein gutes Ende finden, auch wenn es nicht jedem passt.

Oder, was meint ihr?