*BeM = Bekenntnisse eines Musikjunkies

Eigentlich ist Charlie daran Schuld, dass ich gerade die Laune verspüre, diesen Blogbeitrag zu verfassen. Sie fragte mich nämlich heute, ob ich den Song „Free Fallin‘“ kennen würde. Als Musikfan kenne ich diesen Song selbstverständlich. Es ist einfach ein Rock-Klassiker aus den 80er. Doch dieser Song war es, der mich nicht zuerst an Tom Pettys Original erinnern lässt. Nein, er erinnert mich immer an eine Casting-Sendung, die es in naher Zukunft wohl nie mehr geben mag und in Zeiten vor „The Voice“ für mich die beste Casting-Show war.

Tja, bis 2009, als die damals beste Staffel „Popstars: Du & ich“ einfach nur das hässliche Gesicht der Casting-Sendungen entlarvt hat. Aber fangen wir etwas weiter vorn an. Und ich warne euch, dieser Beitrag wird einen ziemlich persönlichen Beigeschmack haben, falls ich zwischendurch weinen sollte, verzeiht es mir.

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Am 20. August 2009 startete die achte Popstars Staffel auf Pro7 unter dem Motto „Du & Ich“. Gesucht wurde ein Duo, und aufgerufen waren sowohl junge Sängerinnen und Sänger ab 16 Jahre. Ich weiß gar nicht mehr genau, in welcher Folge genau es geschah, aber eines Tages (10. September 2009 war das Casting) stand unter den fünf Vorsängern ein 16-jähriges Mädchen mit Gitarre. Sie setzte sich auf den Barhocker, legt an und begann zu spielen. Direkt mit dem ersten Ton gewann sie mein Herz, denn sie spielte einen Song von einer meiner absoluten Lieblingsbands, Paramore, und zwar „I Caught Myself“. Direkt im Anschluss bekam sie sogar einen extra Beitrag bei „RED!“ (Video).

Nicht nur ich war damals direkt angetan. Auch die Jury. Denn das Mädchen kam nicht etwa, wie gewöhnlich in den Re-Call. Nein, sie bekam das Goldene Mikrofon und wurde somit direkt in die Bewährungsshow nach Stuttgart geschickt. Von Folge zu Folge kämpfte Elif, das Mädchen mit der Gitarre, gegen den (künstlich von außen erzeugten) Zickenkrieg. Ich würde mich gerne noch mehr auslassen, aber das tut nichts zum Thema :P

Das größte Aufsehen erregten die beiden Liveshows, die eigentlich als Halbfinale und Finale angekündigt wurden. Elif und ihr Duett-Partner Nik wurden direkt ins Finale von den Zuschauern gewählt. Was danach geschah, kann ich nur vermuten. Und für mich klang das „Überraschung, wie werfen heute keinen raus“-Getue einfach falsch. Im Finale flog ein Duo direkt raus und im direkten Duell, im Finale der Final-Show stand das Duo um Elif und jenes, dass später als „Some & Any“ gewinnen sollte (und für immer vergessen werden würde), zum Unmut von 90% der Fans, die eigentlich Elif und Nik gewinnen lassen wollten.

Regenstadt-Zitat

Okay. genug der Schwafelei. Ich wollte von Anfang an nicht, dass Elif Popstars gewinnt. Meiner Meinung nach, war sie zu gut. Sie sollte nicht gewinnen und ewig den Stempel auf der Stirn haben, dass sie dort mitgemacht hat (zugegeben, heute mag sie das auch nicht, aber es gehört nun zur ihrer Vergangenheit dazu). Ihre Stimme hat mich vom Casting bis zum Ende fasziniert. Die Tv-Ausschnitte haben sie so unglaublich sympathisch gemacht. Ich wurde Mitglied im damals größten Elif-Fanforum, traf dort u.a. Jonas, ohne dessen zutun ich nie zum Buchbloggen gekommen wäre und Lui, meiner besten Freundin, die ich ohne Elif nie kennengelernt hätte. Danke, Elif ♥

Nach der Zeit mit Popstars, ließ sich Elif öfters im Forum blicken. Wir, ihre Mäusekinder, bauten eine ganz besondere Beziehung zu ihr auf, eine freundschaftliche. Am 13. Februar 2010 gab das erste und bisher einzige große Fantreffen in Berlin. Dort trat Elif auf, sang Songs, gab Interviews und Autogramme und tauschte sich mit den Fans aus.

Elif Fantreffen

Zu dem Zeitpunkt hatte sie bereits ihren Vertrag mit Universal Music in der Tasche, durfte aufgrund der Sperre von Popstars allerdings nichts veröffentlichen. Im Herbst 2011, als die Arbeiten an ihrem ersten eigenen Studioalbum auf Hochtouren liefen, wurde sie kurzer Hand als Vorband von Tim Bendzko angekündigt. Zu dem Zeitpunkt waren die Club-Konzerte fast alle ausverkauft. Auch wenn ich kein Fan von Tickets kaufen bei eBay bin, für eine Freundin und mich ersteigerte ich zwei Karten für 60 EUR (Originalpreis war etwa die Hälfte).

Ich wollte unbedingt dabei sein, bei ihrer ersten Tour. Auch, wenn es nur drei oder vier Songs waren. Es war toll, sie nach über einem Jahr wieder live zusehen. Mit welcher Freude und Energie sie auf dieser kleinen Bühne im Nachtleben in Frankfurt herum sprang, lässt sich nicht in Worte fassen. Vergessen, die ganzen Strapazen und Steine, die ihren Weg bis dahin überschüttet hatten.

Vor etwa genau vier Jahren, im November 2011 trat Elif in „Inas Nacht“ auf, mit einem ihrer fertigen Albumsongs: „Nichts tut für immer weh“.

Anfang 2012 folgte ihre erste Single „Unter meiner Haut“. Nun hat jeder seine eigenen Interpretationen für Songs. Doch wir, die „Mäusekinder“, die noch übrig blieben, hatten fast einheitlich eine Interpretation. Ein persönlicher Rückblick auf die Zeit mit uns und dem Fantreffen. Auch, wenn Elif selbst eine andere Geschichte dahinter hat, bleibt es faszinierend, wie emotional uns dieser Song getroffen hat.

Heute hat das Musikvideo zu „Unter meiner Haut“ über 2 Millionen Clicks. Und es hat noch mehr Menschen (mehr als 44 Tausend Facebook-Fans) mit dieser einzigartigen Musikerin verbunden. Auch, wenn die meisten neuen Fans diese Gefühle vermutlich nicht verstehen können, es bleibt für mich persönlich etwas besonderes, Elif schon so lange zu „kennen“. Ich freue mich, dass Elif seither von so vielen Menschen Zuspruch und Begeisterung empfängt, denn sie hat es verdient!

Am 23. März 2013 kam Elif wieder nach Frankfurt/Main im Rahmen der jährlichen „hr3 @ night“. Dieses Mal jedoch das erste Mal, für mich, mit einem 1-stündigen Liveprogramm. Der Auftritt in diesem vollen Saal war einfach Wahnsinn. Ihre Songs überzeugten mich und alles war einfach wie ein Traum. Das einzige was mir noch fehlte war das langersehnte Album, sowie die erste eigene Elif-Tour.

Wenig später trat Elif im Vorprogramm der Bosse Tour im April und Mai 2013 auf. Im April war sie neben anderen namenhaften Künstlern auf dem Gedenkkonzert „I am Jonny – Stimmen für unseren Bruder“ vertreten. Im August kam die zweite Singleauskopplung „200 Tage Sommer“, in dessen Musikvideo sogar ein Elefant eine Rolle spielte! Ich meine, ich liebe Elefanten, und wenn ich nicht schon Nicht-Fan von Elif bin, dann spätestens jetzt.

Elif hr3 at night

Zu Forumszeiten, damals, als es das Forum also noch gab, habe ich immer gesagt, ich würde niemals Fan von Elif sein. Ich bin der Meinung, dass ich es auch heute nicht bin. Ich liebe ihre Musik, mag sie als Künstlerin und auch als Menschen sehr gern. Aber das ist alles mehr freundschaftlich, als fanatisch. Zugegeben, ich kann jetzt nicht behaupten, dass wir Freunde sind, aber es liegt denke ich an der Zeit „davor“. Wir haben uns anders kennengelernt. Und das macht das ganze zu etwas Besonderem.

Anfang des Jahres tourte Elif durchs Land und ihre Konzerte waren fast alle ausverkauft. Ich hatte den festen Plan, sie in Frankfurt beim Tourabschluss zu besuchen, spontan entschied ich mich nach Köln (Tourauftakt) und Stuttgart zu fahren. Dieses Erlebnis bleibt für mich unvergesslich. Es war verrückt, spontan und einfach wunderbar.

Elif-und-ich

Und was treibt sie heute so?

Nun, sie nimmt ihr zweites Studioalbum auf, schreibt fleißig neue Songs und beeindruckt ihre Fans auf Instagram und Facebook mit Fotos aus ihrem Leben, u.a. ist sie vor einem Monat in San Francisco/USA einen Halbmarathon mitgelaufen. Sie macht sich fit, für das, was noch auf sie zu kommt: eine Karriere weiter Bergauf. Ich wünsche es ihr von tiefstem Herzen und freue mich schon sehnsüchtig auf ein neues Album und eine weitere ausverkaufte Tour.

Elif, wir sehen uns. Danke.

Elif-Danke-Zitat

Im Übrigen, was ihr euch nach dem ganzen Gedusel sicherlich fragt, was hat das nun mit dem Einleitungstext zutun? Ich verrate es euch. Nik und Elif sangen sich mit „Free Fallin'“ ins Halbfinale. Und wenn ihr das Video seht, versteht ihr, warum ich bei „Free Fallin'“ nicht als erstes an Tom Petty denken muss, sondern an Elif und ihre wundervolle Stimme. Das Mädchen mit der Gitarre, mit der man gemeinsam schwierige und schöne Zeiten durchgemacht hat.