Stell dir vor, du wärst ein Schmetterling. Du wärst hübsch, könntest frei bestimmen, wohin du fliegst und jeder liebt dich. Klingt doch toll, oder? Und nun stell dir vor, du bist ein Schmetterling, wirst mitten am Tag in einer großen Stadt entführt und in einen Garten gesperrt, der dir die Lebenskraft entzieht. Klingt es immer noch toll? Für Maya war es alles andere als toll. Und damit begrüße ich euch herzlich zu unserem Wochenende der Schmetterlinge

Das Wochenende

Gemeinsam mit Simone (Leselurch) und Fay (Read me) bringe ich euch in den kommenden Tagen das Buch Garten der Schmetterlinge von Dot Hutchison (Amazon Crossing) etwas näher. Während der Frankfurter Buchmesse fiel uns quasi dieses Buch in die Hände. Es klang zugleich verlockend und verstörend. So kam uns die Idee, ein Blog-Spezial zu veranstalten. Bis Sonntag werden wir euch diese Geschichte näher bringen. Aber Obacht, es ist nichts für schwache Fühler!

Heute präsentieren wir euch drei verschiedene Sichtweisen auf die Geschichte. Samstag erfahrt ihr dann schwarz auf weiß, was wir von der Geschichte wirklich halten, in Form einer Rezension. Am Sonntag erwartet euch dann eine dreifache Überraschung.

Das Wochenende im Überblick

  • Die Schmetterlinge bei Read me!
  • Die Schmetterlinge bei Leselurch
  • Die Schmetterlinge bei mir
    • Heute: Maya – Das Mädchen mit den vielen Gesichtern
    • Samstag: Rezension
    • Sonntag: Start des Gewinnspiels

Maya – Das Mädchen mit den vielen Gesichtern

Ich würde meine Betrag gerne damit beginnen, dass Maya wie jedes andere Mädchen ist. Doch sie ist es nicht. Als kleines Kind lernte sie das erste Mal, was es bedeutet, von der Welt ignoriert zu werden. Ihre Eltern sind für sie nichts weiter als Bekanntschaften, die sie zufällig zur Welt gebracht haben. Zwei Larven die zufällig einen wunderschönen Schmetterling erschaffen haben.

Maya – die nicht immer so hieß – musste als kleines Mädchen lernen auf eigenen Beinen zu stehen und sich nur um sich selbst zu kümmern. Liebe ist ein weit entferntes Fremdwort, das keinerlei Bedeutung für sie hat. Im Grundschulalter kam sie zu ihrer Großmutter, allein gelassen von den Eltern, die an ihrem letzten Tag zuhause nicht einmal einen Abschiedsbrief hinterließen.

New York Skyline by Guido Barberis

New York Brookyln, Skyline (Foto © Guido Barberis)

Bei ihrer Oma lebte Maya gerne, obwohl sie ähnliche wie ihre Eltern kaum Interesse an Maya zeigte. Sie hatte keine einfache Kindheit. Schon früh wurde sie von ihrem Nachbarn unsittlich angefasst. Wie ein Fluch zieht es sich durch ihre Jugend, der Nachbar sollte nicht der einzige Pädophile gewesen sein. Als ihre Oma starb, floh Maya erneut. Weg; weit weg. In die große Anonymität von New York. Hier nahm sie eine neue Identität an, machte sich älter, um arbeiten zu können und kellnerte in einer Bar.

Inara genoss es, dass niemand Fragen stellte. Keiner der sie bemitleidete, weil ihre Eltern sie nicht liebten. Die Anonymität half ihr, ihre Vergangen stückchenweise zu vergessen. Doch irgendwann holt einem jede Vergangenheit ein und so kam es, dass Inara bei einer Veranstaltung entführt wird. Sie findet sich in einem Garten wieder.

Der Mann tätowiert sie, obwohl sie noch total benommen von den Drogen war, die sie K.O. setzten. Alle nennen ihn nur den Gärtner. Es gruselig, wie liebevoll er sich um die Mädchen kümmert und wie grauenhaft er sie behandelt. Jedes Mädchen bekommt einen speziellen Schmetterling und einen neuen Namen. Wenigstens etwas Vertrautes für Inara, die fortan Maya genannt werden sollte: Eine neue Identität. Der Gärtner macht sie zum Western Pine Elfin.

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Der „Western Pine Elfin“ Schmetterling (Foto © 2013 Tom Jantscher)

Maya kann nicht fliehen. Im Garten ist sie gefangen und die wenigen Flucht-Möglichkeiten endeten nie gut. Und so muss sich Maya, wie ein Schmetterling, auf einen Baum flüchten, die sowas wie ihr sicherer Hafen in dem Garten wird. Der Baum hat noch etwas Gutes: weit weg von den anderen Menschen, Mädchen, in diesem Garten. Obwohl sie sich von allem und jeden distanziert, wird Maya zunehmend interessanter. Interessanter für die anderen Mädchen als Vertrauensperson. Interessanter für den Gärtner; den Gärtner und seine beiden Söhne.

Verglichen mit dem Leben im Garten, ist die Vergangenheit von Maya noch harmlos. Aber das erfahrt ihr im Buch ;)

Erfahrt auf den beiden anderen Blogs außerdem, was die Faszination Schmetterlinge ausmacht und wie es ist, einen Thriller zu lesen, obwohl man sonst Abstand von ihnen nimmt. Leselurch und Fay werden euch darüber berichten. Schaut einfach auf ihren Blogs vorbei, es lohnt sich ;)

Die Faszination der Schmetterlinge ♦ Eine ängstliche Leserin betritt den Garten