Buch von:
Dot Hutchison
Price:
9.99 EUR

Reviewed by:
Rating:
4
On 26. November 2016
Last modified:26. November 2016

Summary:

Eine kranke und pädophile Geschichte, die sich um vermeintlich süße und niedliche Tiere (Schmetterlinge) dreht. Trotz einiger offener Fragen am Ende und der seltsamen Zeitsprünge am Anfang, kann die Geschichte meiner seiner Kombination an süßer Niedlichkeit und bitterer Brutalität überzeugen. Das Buch ist jedoch nichts für schwache Nerven. Ein perfider Thriller, der die Bedeutung von Schmetterlingen völlig verdreht.

Diese Rezension ist Teil des Wochenende der Schmetterlinge. Besuche doch auch die Rezension auf den Blogs meiner Bloggerfreundinnen: Leselurch Readme

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Klappentext

Sie leben in einem geheimen Garten: junge Frauen, die entführt und aufwändig tätowiert wurden. Große, bunte Schmetterlingsflügel zieren nun ihre Rücken. Doch der Gärtner ist nicht nur besessen davon, seine geliebten Exemplare zu fangen. Er will auch ihre Schönheit für die Ewigkeit bewahren … Als der Garten entdeckt wird, stehen die FBI-Agenten Victor Hanoverian und Brandon Eddison vor dem verstörendsten Fall ihrer Karriere. Ihre Fragen kann nur das Mädchen Maya beantworten, das zu den Überlebenden gehört. Doch Maya, die nicht immer so hieß, entpuppt sich selbst als Rätsel. Je mehr sie über das Leben und Sterben im Garten enthüllt, desto mehr fragen sich die Ermittler, was sie noch verbirgt …

Ein Psychothriller, der die Nerven des Lesers zum Flattern bringt.

(Quelle: amazon.de)

 

Zur Geschichte

Das Buch wird aus zwei Sichten erzählt. Zunächst sitzen wir mit Maya in einem Verhörungszimmer, in dem Sie von den FBI Agenten Victor Hanoverian und Brandon Eddison zu den Vorkommnissen im Garten befragt wird. Man weiß zu Beginn nicht viel, genau wie die Agenten. So beginnt die Befragung, in der die beiden Agenten Maya auf den Zahn fühlen und Schritt für Schritt mehr Details aus ihr herauskitzeln wollen.

Maya ist sehr verschlossen und die Agenten merken, dass sie mit der herkömmlichen Methode nicht an ihr Ziel kommen. Victor begreift, dass Maya auf ihre eigene Art und Weise die Geschichte erzählen wird, in ihrem eigenen Tempo. Maya, wie sich herausstellt, ist das nicht ihr richtiger Name, beginnt am Anfang mit ein paar Zeitsprüngen. Erst ist sie im Garten, dann in der eigenen Vergangenheit. Eddison wirkt zunehmend ungeduldig und Maya spürt das. Als Victor das Verhör übernimmt, wird Maya immer zutraulicher und der Leser begreift langsam worum es in der Geschichte wirklich geht. Mit Fortschritt des Gesprächs, greift Maya immer mehr Vertrauen und öffnet sich mit Fortschritt der Geschichte.

Maya hatte eine schwere Kindheit, die sie in die Anonymität von New York ziehen lässt.  Hier nimmt sie einen neuen Namen an und arbeitet in einer Bar als Kellnerin. Die meist weiblichen Kolleginnen werden sowas wie Schwestern für Inara (wie Maya nun heißt). Als sie gerade Fuß gefasst hat und sich ihrer neuen Familie öffnete, wurde sie brutal aus diesem Leben gerissen. Ein Mann und sein Sohn setzen sie nach einer Veranstaltung K.O. Ausgerechnet eine Schmetterlingsveranstaltung, die der Mann selbst organisiert hat.

Inara wacht total benebelt in etwas aus, was sich später als der Garten herausstellt. Der Mann der sie entführt hat, wird von allen nur der Gärtner genannt. Der Gärtner, der total fasziniert von Schmetterlingen ist, tätowiert Inara, gegen ihren Willen einen Schmetterling auf den Rücken. Mit dem ersten Tag im Garten, bekommt Inara einen neuen Namen, Maya, und beginnt, wider Willen, ein neues Leben und lässt das alte zurück.

So idyllisch der Garten klingt, so kalt und brutal ist das Leben dort. Neben Maya finden sich dort eine handvoll weiterer junger Mädchen zwischen 16 und 21 Jahren. Wer 21 Jahre alt wird, stirbt und wird ausgestellt, in einer Glasvitrine wie ein Schmetterling. Im Garten findet Maya erneut sowas wie eine Familie mit den anderen Mädchen, ohne, dass sie es will. Loynette wird Mayas beste Freundin eine Art Mutterersatz. Die Zeit mit den Mädchen lässt Maya oft vergessen, wie brutal das Leben im Garten ist, sobald der Gärtner kommt. Oder einer seiner Söhne.

Der Gärtner hat zwei Söhne. Avery ist der älteste und war an der Entführung der Mädchen mitbeteiligt. Wenn man glaubt, das der Gärtner schon krank, pervers und ekelhaft wäre, dann erschreckt einen das Verhalten von Avery. Er ist wie sein Vater und hundertmal schlimmer. Beide vergewaltigen die Mädchen. Jeden Tag ein anderes. Dabei geht Avery sehr brutal vor, weil er darauf steht, wenn sie leiden. Der Gärtner hingegen glaubt, dass er damit dein Mädchen seine Liebe beweisen würde. Als sein zweiter Sohn, Desmond, mit ins Spiel kommt, die Geschichte noch seltsamer.

 

Mein Endfazit

Eine kranke und pädophile Geschichte, die sich um vermeintlich süße und niedliche Tiere (Schmetterlinge) dreht. Die Länge des Buches wirkt zu Beginn etwas Langatmig, jedoch ist die Länge dringend notwendig, um die Geschichte von Maya und dem Garten verständlich zu machen. Manchmal wirkt die Geschichte verwirrend, vor allem zu Beginn, als Maya etwas in der Zeit springt. Ich hatte anfangs bei diesen Zeitsprüngen wirklich Probleme, dabei die Zeit im Restaurant und Garten zu trennen. Zwischenzeitlich dachte ich, dass im Garten ein Restaurant wäre.

Was ich sehr cool fand, war der psychologische Aspekt, der sich zwischen die Zeilen deutlich machte. Man spürte, während Maya die Zeit im Garten beschrieb, wie sie sich öffnete. Zu Beginn dachte man sich, dass es auch zu sexuellen Übergriffen kam, wusste es aber nie richtig. Doch mit Fortschritt der Geschichte, und dem steigenden Vertrauen dem einen Agenten gegenüber, wurden auch die Sprache und die Details deutlicher.

Die Schmetterlinge wurden zu einer Familie, was die perfide Situation noch deutlicher gemacht hat. Ich habe beim Lesen teilweise vergessen, was es bedeutet, im Garten ein Schmetterling zu sein und, dass die Mädchen gefangen gehalten werden. Genauso ergeht es auch Maya.

Man muss beim Lesen allerdings etwas warten, bis die große Wende kommt. Doch, wenn man an der Stelle ist, dann übermannt einen ein Gefühl von Ohnmacht. Die Wende war ein guter Schock-Moment am Ende, als einem plötzlich die Grausamkeit des Gartens erneut ins Gesicht schlug.

Bis zum Schluss blieben jedoch auch noch einige Fragen ungeklärt, was sehr schade ist. Auch die Sache mit den Zeitsprüngen brachte mich am Anfang etwas durcheinander. Dennoch fand ich das Buch faszinierend, süß und salzig, niedlich und brutal. Die Kombination von den niedlichen Schmetterlingen, die ungefähr jedes Mädchen liebt und diesem perfiden Garten ist zugleich faszinierend und abstoßend. Alles in Allem eine Geschichte, die ich jenen empfehlen kann, die keine Berührungsängste gegenüber Thrillern haben, die vor Brutalität und Sexualität nur so strotzen.

 

Buchdaten

Titel: Garten der Schmetterlinge
Originaltitel:The Butterfly Garden
Autor: Dot Hutchison
Buchtyp: Taschenbuch
Genre: Thriller
Seiten: 348
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum: 13.09.2016
Verlag: Amazon Publishing/ Amazon Crossing
ISBN: 978-1503940987
Preis (UVP): 9,99 Eur[D]


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