Etwas beeinflusst von der Buchverfilmung, liest sich das Buch anfangs sehr gut, ehe die Abweichungen dann doch recht schnell deutlich werden. Trotz der immer wieder auftretenden Langatmigkeit der Geschichte, liest sich das Buch sehr angenehm. Vor allem der Fantasy-Sci-Fi Teil, der besonderen Kinder und der Zeitreise kann, wie bei der Verfilmung überzeugen. Ein besonderer Auftakt zu einer besonderen Geschichte zwischen dem Heute und einer Zeitschleife in der Vergangenheit. Der kleine Cliffhangar am Ende macht Lust auf die Fortsetzung. Auch die Charaktere sind allesamt überzeugen.


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Klappentext

Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Aber was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind.
Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …

(Quelle: droemer-knaur.de)

 

Zur Geschichte

Jacob Portman ist 16 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Florida. Ganz der Tradition, arbeitet er in dem Laden seiner Familie, den er später übernehmen soll. Eines Tages ruft ihn sein Grandpa panisch an, woraufhin Jacob mit seinem besten Kumpel zum Anwesen seines Großvaters fährt. Doch sein Grandpa ist nirgends aufzufinden. Kurzerhand macht sich Jacob auf die Suche und findet ihn Minuten später im Wald, wo er verletzt am Boden liegt. In seinen letzten Atemzügen gibt er verwirrten Informationen preis. Jacob solle den Vogel finden, auf eine Insel reisen, jemanden namens Peregrine finden und irgendwas mit dem 03. September 1943 anfangen. Im nächsten Moment sieht er nur noch ein gigantisches Monster, das er einst auf einem Bild gesehen hatte.

Da Jacob das Geschehene nur schwer verarbeiten kann, besorgen seine Eltern für den Sohn einen Platz beim Psychotherapeuten Doctor Golan. Nach endlosen Sitzungen, empfiehlt dieser, dass Jacob sich auf den Weg zu der Insel machen soll, um mit dem Tod seines Großvaters abzuschließen. Die Insel ist ein trostloser Ort und beide verstehen mit jedem Tag weniger, was sie hier zu suchen haben. Jacob erinnerte sich an die Geschichten seines Großvaters, der ihn von dieser Insel der besonderen Kinder viele Male erzählte.

»Aber warum wollten dir die Monster etwas tun?«

»Weil wir nicht wie andere Menschen waren. Wir waren besonders.«

© Text: Ransom Riggs, „Die Insel der besonderen Kinder“ (S. 11)
Verlag: Droemer Knaur GmbH & Co. KG, München

Während einer Erkundungstour mit einheimischen Jugendlichen, findet er ein altes, zerstörtes Haus. Es stellt sich heraus, dass es ein Kinderheim war. In der Ruine des alten Kinderheimes begegnet er plötzlich Kindern, die ihn an eben diese besonderen Kinder in den Geschichten seines Opas erinnern. Doch es waren nie Geschichten. Diese Kinder gab es wirklich … oder gibt? Immerhin wirken sie für Tote sehr real. Er folgt ihnen zur Küste durch eine Steinhöhle und findet sich im Jahr 1943 wieder. Genauer gesagt am 03. September 1943.

Das Kinderheim ist noch nicht von der Bombe getroffen worden, die es in Schutt und Asche legen sollte. Die Kinder lebten seit Jahren in einer Zeitschleife, die Heimleiterin Miss Peregrine erschaffen hatte. Die Sache scheint bisher schon total verwirrend? Es wird noch viel skurriler, als Jacob auf die restlichen Kinder trifft. Ein Kind war besonderer als das andere. Ein Mädchen, leichter als Luft. Eines, welches das Feuer kontrollierte. Ein Junge, der komplett unsichtbar ist. Und eine Heimleiterin, die sich in einen Vogel verwandelt. Wie passte Jacob in dieses Kinderheim und was halten die anderen vor ihm geheim?

 

Mein Endfazit

Zugegeben, meine Erwartungen waren aufgrund des gigantischen Films stark beeinflusst. Dennoch konnte mich das Buch überzeugen, wenn auch einige kleine Punkte abgezogen werden mussten. Die Langatmigkeit, die einige bereits beim Film kritisierten, ich aber nie wahrgenommen hatte. Sie wurde im Buch mehr als deutlich. Jacob lebt mit den Kindern jeden Tag und man bekommt als Leser nicht zwingend das Gefühl, dass es voran geht. Das wiederum könnte aber beabsichtigt sein, denn in der Geschichte wurde auch gesagt, dass der Vater nach all den Tagen nicht glaubt, dass der Besuch irgendetwas bringen würde. Es ist für mich schwierig zu bewerten, wenn man beide Ansichten betrachtet.

Das Ende hat mir größtenteils gefallen, obwohl ich kurzzeitig das Gefühl hatte, wichtige Informationen überlesen zu haben, die schlagartig geschahen (Stichwort: Zeitschleife). Was mir jedoch gut gefallen hat, auch schon im Film, ist diese Welt, die Riggs hier erschaffen hat. Es hat spannende Sci-Fi Elemente, die sich mit Fantasy und Mystery paaren. Jacob ist ein untypischer Protagonist. Er strotzt nicht von viel Mut oder Selbstbewusstsein. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er eine starke weibliche Person an die Seite gestellt bekam. Dennoch entwickelte sich sein Charakter und er wurde zunehmend mutiger.

Ich mochte die Details in dem Buch, die mir teilweise im Film gefehlt haben. Vor allem aber jene Dinge, die im Film verändert wurden. Emma und Olive haben im Buch tatsächlich andere Fähigkeiten, und sie passen eindeutig besser (ja, das haben im Vorfeld sehr viele gesagt, aber, wenn man das Buch liest, versteht man es tatsächlich). Was ich im Film besser fand, war Doctor Golan. Ich meine zu verstehen, warum Tim Burton aus dem Mann eine Frau gemacht hat. Es ist seine Art, so mit dem Gender-Thema umzugehen. Auch wenn es im Buch natürlich keinerlei Unterschied gemacht hat, dass Doctor Golan ein Mann oder eine Frau ist. Außerdem nennenswert sind diese wunderbaren Details im Buch: die Fotos der besonderen Kinder, Orte und Szenen, die so unglaublich authentisch wirkten. Aber auch die handgeschriebenen Briefe, die die Geschichte noch näher an den Leser brachten.

Das Ende, so verwirrend es teilweise auch war, ist offen und sorgt somit für den Grad an Spannung, den es braucht, um das Verlangen zu haben, weiterlesen zu wollen. Wie wird es in den folgenden Bände ausgehen? Was geschieht mit den Charakteren, mit Jacob und seiner Familie. Bei diesem Buch fällt es mir schwer, mehr zu erzählen, ohne wichtige Teile der Geschichte zu verraten. Aber eines sei noch gesagt, das Buch und der Film sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Das fällt vor allem gegen Ende auf, was es mir etwas erschwert hatte, da ich eine andere Geschichte erwartet hatte. Umso schöner, dass ich mit dem Buch eben doch überrascht werden konnte. Daher empfehle ich das Buch all jenen, die auch den Film mochten, aber keine Probleme damit haben, beide differenziert voneinander zu betrachten. Ansonsten natürlich eine Empfehlung für alle Sci-Fi, Fantasy und/oder Mystery Fans.

Zur Filmkritik: Die Insel der besonderen Kinder (Teil 1)

 

Buchdaten

Titel: Die Insel der besonderen Kinder
Originaltitel: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children
Autor: Ransom Riggs
Buchtyp: Taschenbuch
Genre: Fantasy & Science Fiction
Band: 1 von 3
Seiten: 416
Altersempfehlung: k. A.
Erscheinungsdatum: 01.09.2016
Verlag: Knaur TB
ISBN Taschenbuch: 978-3-426-52026-0
Preis Taschenbuch (UVP): 12,00 Eur[D]