Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich meinen Geburtstag während der Ferien feiern. Damals gab es noch den Elif Fanclub. Zum 18. Geburtstag eines Mitglieds, reiste ich nach Niedersachsen. Witzigerweise haben wir am gleichen Tag Geburtstag. Ich werde meinen 22. Geburtstag nicht vergessen, denn auf dem Weg zum Gleis, um eine weitere Freundin abzuholen, stürzte ich auf dramatische Art und Weise zwei Treppen herunter. Zum Glück blieb mir davon nur die vernarbte Schramme. Keine Brüche und keine schlimmeren Verletzungen. Dafür werde ich auf ewig an diese Szene zurückdenken. Danke auch an die Familie, die mich dort hat übernachten lassen und für die Benjamin Blümchen Torte!

Benjamin Blümchen und Schokokuchen zum 22. Geburtstag irgendwo in Niedersachsen mit dem harten Kern des Elif-Fanclubs, 11.03.2011

Vorfreude auf das neue Semester

Die Tage wurden länger und so auch die Zeit, die man in das Studium investiert hat. Man war ich motiviert, als es plötzlich Mitte/Ende März war. In den kurzen Semesterferien konnte man tatsächlich Kraft schöpfen. Die Gruppen aus dem ersten Semester gab es nicht mehr, dafür musste man nach Ende der ersten Veranstaltung des neuen Semesters (Sommersemester 2011) bis 13 Uhr die Praktika und Übungen priorisieren, an denen man teilnehmen möchte. Verzweifelt schaute ich mich um, da ich die beiden Mädels aus dem letzten Semester nicht gesehen habe. Ich fragte nach der Veranstaltung, ob man auch von zuhause aus die Belegung wählen könnte und schrieb den beiden. Die beiden Damen tauchten nach etwa drei Wochen auf, um alles abzugeben, was sie ausgeliehen hatten. Sie hatten sich exmatrikulieren lassen und irgendwie war das für meine weitere Entwicklung ein Befreiungsschlag. Semester Nummer zwei konnte mit neuen Zielen und neuer Motivation starten. Ich war bereit dafür!

Nach dem ersten Studientag genossen wir zu dritt die Zeit im Park bei den ersten Frühlingstemperaturen

Offline Socializing

Mir fällt beim Schreiben auf, dass ich verdammt oft und viel meine Bandana um den Hals getragen habe. Außerdem habe ich Videos gefunden, in denen ich über meine Tage in Wiesbaden berichte, offenbar für die Familie. Ich kann mich nicht mal daran erinnern, dass ich so etwas getan habe  Oo Sowieso tu ich mich etwas schwer darüber nachzudenken, was im 2. Semester alles passiert ist.

Gemeinsam mit Freya und Mary fuhr ich immer donnerstags nach Rüsselsheim zum Volleyball spielen (von der Hochschule). Die Zeit nach dem Training verbrachten wir in der Wohnung von Freya und zockten auf der Playstation. Unser liebstes Spiel wurde zum einen Singstar und zum anderen so ein Piratenspiel, dessen Namen mir entfallen ist (konnte es leider auch nicht ergoogeln). Das war schon eine echt coole Zeit. Sowieso habe ich in dem Sommersemester sehr viel mit den Freundinnen unternommen. Sei es Spaziergänge zu Schloss Freudenberg oder Spieleabende in der WG.

Picknick bei Schloss Freudenberg mit Spiel

Das zweite Semester

Das absolute Hassfach wurde Recht für Informatiker in dem normalerweise wichtige rechtliche Dinge bzgl Software etc vermittelt werden sollten. Die Lehrbeauftragte war selbst Anwältin. Man hatte das Gefühl, dass sie die weiblichen Studentinnen nicht leiden konnte. Zu allem Überfluss brachte sie ihren großen Hund mit in die Vorlesung, der da immer rumlief. Was super war, da ich Angst vor Hunden habe, seit ich mal von einem gebissen wurde. Nach dem ich ihr das mitgeteilt habe, kommandierte sie ihren Hund immer zurück mit dem Zusatz „Sie hasst Hunde“. Dafür habe ich sie gehasst. In dem Fach kam ich dennoch auf eine Note im 1er Bereich. Der Vorteil war, dass man bei ihr alles 1 zu 1 auswendig lernen musste, denn ihre Assistentin hat dann korrigiert. Hat man ein anderes Wort benutzt, gab es direkt einen Punktabzug. Nach dem Semester haben wir uns dafür eingesetzt, dass es ihr letztes Semester war. Sorry for that.

Stundenplan Sommersemester 2011

Mein Lieblingsfach war Gestaltung elektronischer Medien. Hier mussten wir im Laufe des Semesters erneut ein Booklet gestalten. Zu Beginn bekamen wir ein Unternehmen zugeteilt, das für bestimmte Themen stand. Unser Unternehmen war das Sonnenhaus, das Veranstaltungen für die umweltfreundliche Nutzung von Solarzellen anbietet (oder so). Zunächst hatten wir die Idee, das Booklet wie ein Tagebuch aufzubauen, dieser Zahn wurde uns leider gezogen und wir mussten es neutraler halten. Das nervenaufreibendste an der Aufgabe war die Entwicklung des Logos. Wir hatten schnell eine Idee, aber unser Dozent war sehr kritisch und so mussten wir sehr viel rumprobieren, ehe wir das ideale Logo gefunden haben. Bei „Algorithmen und Datenstrukturen“ haben wir das Abschlussprojekt innerhalb von 24 Stunden, ohne Schlaf, runtergehämmert. Anscheinend waren wir so schlaftrunken, dass es nur für eine 3er Note gereicht hatte. Aber es war auch echt ein heftiges Projekt.

Die restlichen Fächer, abgesehen von Lineare Algebra, einem weiteren Hassfach, waren die meisten Fächer eigentlich okay. Sie gingen natürlich tiefer in die Materie der Informatik und Logik. Rückblickend sehr förderliche Fächer, aber in dem Moment hasst man die Fächer einfach. Zumindest erging es mir so. Das Trauma, den Studiengang abbrechen zu wollen, hatte ich allerdings lange begraben. Wie in jedem Semester stapelte sich gegen Ende der Haufen an Abgaben, ehe es in die gefürchtete Prüfungsphase ging. Anfang Juli hatten wir die letzte Vorlesung und kurz darauf die Prüfungen. Die ersten langen Semesterferien waren in greifbarer Nähe.

Jedes Ende ist ein Anfang

Mit Ende des Semesters sollte sich auch die WG von Jenni und mir ändern. Die eine Auslandsstudentin aus Spanien zog aus, sowie die Auszubildende, die zu ihrem Freund nach Dänemark zog. Jenni und ich machten uns sehr viele Gedanken darüber, wer als nächstes einziehen würde, denn das wurde nicht von uns, sondern der Verwaltung entschieden. Also genossen wir die zwei Monate ohne jemanden und gestalteten die WG um. Wir stellten eine witzige WG Regelliste auf, peppten die Küche auf und machten alles wohnlicher.

Der ZDF Fernsehgarten mit Blick vom Leuchtturm

In dem Jahr erfüllte sich auch mein langer Traum: einmal nach Mainz in den ZDF Fernsehgarten gehen. Ausgerechnet an dem Tag war Hollandwoche. Es war so toll und wir sogar ein paar Mal im Fernsehen zu sehen. Im Fernsehen sieht man gar nicht, wie groß das Gelände ist. Das ist unfassbar und atemberaubend. Es gab kleine ZDF Goodiebags und einige Stars gaben sogar noch Autogramme. Zu dem Ticket kam ich, dankenswerterweise, durch Jenni. Sie war wenige Tage zuvor mit ihren Eltern auf eine Tour durch das ZDF Gelände. Eine größere Freude hätte sie mir gar nicht machen können! Außerdem war in dem Jahr die Frauenfußball Weltmeisterschaft. Ausgerechnet an dem Tag, als die Frauen aus dem Turnier flogen, ging ich mit Mary nach Frankfurt zum Live Viewing an den Main. Die Stimmung war mega, das Ergebnis leider nicht so gut. Die Frauen verloren gegen den späteren Weltmeister Japan.

Kinokarten für den letzten Harry Potter Teil als Double Feature

Ein weiteres Highlight war der „Harry Potter“ Marathon. Gemeinsam mit Jenni, Mary und Kate haben wir bei Jenni im Zimmer die Teile 1 bis 6 geschaut. Das war sehr anstrengend. Wenige Tage später schauten wir, mit ein paar anderen, den siebten Teil. Also beide Teile des siebten Films genauer gesagt. Das Gefühl danach, zu wissen, dass es zu Ende sein würde, war sehr traurig. Dadurch, dass die Filme so spät zu Ende waren, mussten Jenni, Kate und ich zu Fuß zurück zum Wohnheim laufen. Das waren fast 6 km, einmal einen Berg hoch, wieder runter und wieder hoch. Zum Glück kam nach ca. 2 km ein Taxi vorbei und nahm uns mit. Ein Erlebnis, sag ich euch, aber es hat sich gelohnt.

Anstehen bei der Gamescom für die USK Bändchen

Im August 2011 war ich zudem das erste und letzte Mal auf der GamesCom in Köln. Wir reisten unglaublich früh an, es war mega voll und groß. Nina und ich verließen das Gelände bereits gegen Mittag, weil es einfach so voll war. Als wir draußen waren, sahen wir eine mega lange Schlange. Die Security ließ keine Leute mehr rein, aus Sicherheitsgründen. So nutzten Nina und ich die Zeit und verbrachten eine entspannte Zeit in Köln, während die anderen bis zur letzten Minute auf der GamesCom waren.

Was gab es sonst noch für Erlebnisse in den Semesterferien? Der Besuch bei meiner Familie. Das erste Mal den Frankfurter Flughafen besucht. Die erste richtige Lasagne gekocht mit ca. 3 Stunden gekochter Bolognese (wir haben währenddessen einen Spieleabend gemacht). Rewe Sommerfest mit Luxuslärm und Revolverheld auf dem Frankfurter Messegelände im August. All Time Low das zweite Mal gesehen in Frankfurt im Juli. Langsam bin ich im Studentenleben angekommen. Und wenn ich jetzt so darüber schreibe: die beste Zeit meines Lebens so far.

Spieleabend mit selbst gemachter Lasagne

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