Wenn einem eine Geschichte nicht gefällt, kann man gefühlt eintausend Gründe in Rezensionen schreiben. Schwieriger ist es da, bei guten Geschichten. Ich will in diesem Artikel das Thema Rezensionen schreiben etwas beleuchten und Tipps geben, wie es leichter fällt, die richtigen Dinge zu benennen.

Negative Rezensionen schreiben ist einfacher

Warum fällt es uns als Rezensenten eigentlich fast immer einfacher, eine negative Kritik zu äußern, als eine positive? Vielleicht, weil einem beim Lesen geradewegs ins Gesicht springt, was stört. Hier mal ein paar Beispiele: Es kommt nicht das Traumpaar zusammen. Ein Charakter, den man liebt, stirbt unnötigerweise (Stichwort: Fred). Der Schreibstil ist nervend, weil die Sätze zu lang sind, man am Ende nicht weiß, wie lang der Satz war, währenddessen die Kommata gezählt hat, die in diesem Satz im Übrigen acht sein werden, was man nicht glaubt, und noch einmal überprüft, ob die Zahl wirklich stimmt.

Es ist wie diese E-Mails des Kundenservice, an die man immer „Lob, Kritik oder Verbesserung“ schreiben kann. Und was kommt dort an? Alles außer Lob. Wenn etwas gut ist, weiß man nicht warum, aber es geht einem gut, also warum das mit jemandem teilen? Warum jemanden loben, für etwas Gutes? Vielleicht ist es aber auch etwas typisch Deutsches.

Positive Rezensionen schreiben ist wie eine Schreibblockade

Ich hatte es ganz oft, dass ich ein Buch gelesen habe und von Anfang bis Ende mega begeistert war. Dann setze ich mich an den Computer, will die Rezension abtippen und … starre stundenlang auf eine leere weiße Seite. Warum war die Geschichte so toll? Mir fällt partout nichts ein. In meinen Gedanken gehe ich die Geschichte unbewusst durch und habe das Bedürfnis sie noch einmal zu lesen. Nur, warum? Es ist eine Qual. Manchmal warte ich 2-3 Tage oder gar Wochen. Immer noch keine Rezension. Mittlerweile habe ich den Inhalt vergessen, weil ich zwischendurch andere Geschichten gelesen und gesehen habe. Die Rezension dieser super tollen Geschichte? Bleibt ungeschrieben. Im Übrigen geht es mir bei mündlichen Empfehlungen für Freunde genauso. Ich steh da und sag „du musst XY lesen“ oder „YX war soooo gut!“, aber warum? Ich weiß es nicht.

Negative Rezensionen für positive Meinungen nutzen

Mir ging es wirklich sehr lang so. Gerade anfangs, als ich mit dem Buchblog begonnen habe. Es war wie eine Qual. Irgendwann habe ich versucht Wege zu finden, eine positive Rezension zu schreiben. Oder generell Rezensionen, die es mir oft schwer gemacht haben, die richtigen Worte zu finden. Eigentlich gibt es da eine ganz simple Lösung. Man erinnert sich an die Rezensionen, Geschichten, die man am besten beschreiben konnte. So kamen mir schnell Eckpfeiler in den Sinn, die ich irgendwie immer in den Rezensionen verankert habe: Charaktere, Schreibstil, Idee.

Genau diese Eckpfeiler gehe ich immer durch, wenn ich eine Rezension schreibe. „Hey der Charakter AB hat mich immer zum lachen gebracht“, wenn ich an die Bewertung der Charaktere denke. Was den Schreibstil betrifft variiere ich immer. Manchmal gehe ich detailliert drauf ein und manchmal reichen bestimmte Zitate. Idee … ja, ein schwieriges Thema. Das ist etwas, was auch gern mal hinten runter fällt, wenn die anderen Punkte erfüllt sind und ich schon eine zufriedenstellende Länge erreicht habe.

Jeder kann sich natürlich andere Eckpfeiler nehmen und sich daran entlang schlängeln. Wichtig ist, dass man sich etwas nimmt, was man an jeder Geschichte beschreiben könnte. Manchmal fallen dann während des Rezension schreiben noch andere Dinge auf, die einem gefallen haben und schon ist diese Schreibblockade gelöst.

Wie geht ihr mit schwierigen Rezensionen um?

Jetzt zu euch. Schreibt mir in den Kommentaren, wie ihr mit schwierigen Rezensionen umgeht. Welche Hilfsmittel nutzt ihr, um Rezensionen zu schreiben, die nicht auf Anhieb geschrieben werden wollen? Ich bin gespannt, was eure Tipps und Tricks sind und vor allem, welche Erfahrungen ihr mit schwierigen Rezensionen gemacht habt.