Ich habe seit Freitag für eine Woche Urlaub. Nachdem ich den Samstag einfach mit Nichtstun verbracht habe, wollte ich mal etwas produktiver ans Werk gehen. Das Nicht-Nichtstun führte mich auf eine 4,5 stündige Tour mit dem Rad den Rhein entlang.

Es war jetzt keine wirklich lange Strecke, aber sie war angenehm. Entlang des Rheins ist es, vor allem sonntags, wirklich entspannt. Das Wetter sollte mir einen Gefallen tun und es war super angenehm. Einzig diese Fliegen, die an mir kleben blieben, nervten irgendwann. Dennoch war es toll, einmal den Rhein und dann wieder die Weinberge neben mir zu wissen. Der Vorteil hier ist, dass die Rhein-Radwege größtenteils asphaltiert sind. Das ist super chillig und lässt vergessen, dass es zwischendurch Schotterwege gibt, die einen durchschütteln.

Seit ich vor fast genau acht Jahren nach Wiesbaden gezogen bin (17.09.2010), habe ich viele verschiedene Wege ausprobiert, um mich privat fit zu halten. Ich war sowieso nie eine Person, die ewig ruhig sitzen konnte. Im Wohnheim bin ich abends immer 1-2 Stunden zu Fuß gegangen. Als ich dann das dritte Mal umzog, schaffte ich mir ein gebrauchtes Fahrrad an. Es stand ehrlich gesagt die meiste Zeit nur einstaubend im Flur rum.

Vor etwa einem Jahr begann ich aber wieder regelmäßiger Rad zu fahren. Die Arbeit war dran schuld, also eigentlich mehr der Arbeitsweg. Denn mich nervte die unspontane Art der Busse, die dafür sorgte, dass ich oft meinen Zug nach Mainz verpasst habe. Fortan fuhr ich einfach los, wie es mir selbst passte, aber stets so, dass ich den Zug noch schaffte. Das führte dazu, dass ich mir vor einem Jahr ein neues Fahrrad kaufte (das alte hatte so viele kleine Schäden, dass sich die Reparatur nicht lohnte). Gut, zwei Wochen danach wurde es direkt gestohlen (danke, dass ich eine Hausratsversicherung hatte, die mir das bezahlte). Das neue Fahrrad (zwei Tage nach dessen Kauf wurde mir der Sattel geklaut) ist noch immer mein treuer Begleiter.

Der Umzug nach Mainz offenbarte eine neue Leidenschaft fürs Rad

Mittlerweile wohne ich seit einem halben in Mainz. Ich fahre fast keine Straßenbahn mehr, außer das Wetter ist mal schlecht, oder ich bin länger weg, weswegen sich das Rad nicht lohnt. Es macht so viel Spaß diese Freiheit zu haben: Losfahren, wann und wo immer man will. Anders als die meisten Radfahrer halte ich mich auch an die Straßenverkehrsordnung (und rege mich regelmäßig über jene auf, die meinen, Radfahrer hätten keine Regeln zu befolgen). Das ist meine Freiheit und das merk ich auch körperlich, dass es mir gut tut. Der nette Nebeneffekt ist, dass ich so Mainz besser kennen lerne.

Was mich selbst stolz macht, ist die Tatsache, dass ich angefangen habe, mein Rad selbst zu reparieren. Wegen der zwei Diebstähle besitze ich eine Versicherung, die alles absichert, selbst Schäden. Allerdings sind manche Schäden so minimal, dass ich den Aufwand nicht machen möchte, um zur Vertragswerkstatt zu gehen und das Rad dann mehrere Tage oder gar Wochen nicht zu haben.

Da unsere Football-Saison kürzlich frühzeitig zu Ende ging (wir müssten aus Personalmangel mitten in der Saison zurückziehen), verbrachte ich den gestrigen Sonntag mit einer kleinen Radtour. Eigentlich sollten wir am Sonntag in München spielen. Tja, wenn ich nicht spielen darf, fahre ich halt Fahrrad. Und was soll ich sagen, es tat so gut. Es ist befreiend, sich auf den Sattel zu schwingen und einfach los zu radeln. Auch ich brauche natürlich ein Ziel und das war „Oppenheim“.

Eine Radtour, die ist lustig und entspannt

Von Mainz ging es also los mit dem Ziel Oppenheim. Ich war in der Vergangenheit schon ein paar Mal nach Nierstein gefahren, was in der Nähe ist. Daher war mir der Weg nicht ganz unbekannt, dennoch fuhr ich mit Navigation. Das Wetter war, wie gesagt, super und so nutzte ich die Hinfahrt für viele Pausen, um einfach auch ein paar Fotos der Gegend machen zu können. Auf der Rückfahrt und vor der beginnenden Dämmerung fliehend, trugen mich Rad und Beine deutlich schneller zurück nach Mainz. Mein Highlight der Rückfahrt: Challenge-Mountain in Laubenheim mit einer Überwindung von etwa 120 Höhenmetern.

Radtour von Mainz nach Oppenheim Rückfahrt 2018-08-19
Radtour von Mainz nach Oppenheim Rückfahrt 2018-08-19

Meinen Abend konnte ich völlig erschöpft ausklingen lassen. Ich bin super glücklich, dass ich diese doch eher spontane Reise angetreten bin. Manchmal hilft das, den Kopf freizubekommen. Lange Rede, kurzer Sinn, hier habe ich euch ein paar Fotos von der Radtour mitgebracht. Fahrt ihr auch gern mal mit dem Rad oder seid ihr eher Couch-Potatoes?