Es ist nun ein gutes halbes Jahr vergangen, seit ich euch vom Charmed Reboot berichtet habe. Am Sonntag (2:00 Uhr nachts deutscher Zeit am Montag) lief in den USA die Pilot-Folge an. Na ja, und wie es bei neuen Dingen immer so ist, wird erst einmal kräftig gehatet und gewütet. Im Internet sind wir alle so berechenbar und so meinungsbedürftig und plötzlich so Deutsch.

Warum „Deutsch“? Weil es eigentlich eine typisch deutsche Eigenschaft ist, erstmal alles und jeden – was neu und ungewohnt ist – zu hassen und zu kritisieren. Ist leider wirklich so. Beim lesen der Kommentare auf Facebook, Twitter und Instagram vor der Pilot-Folge musste ich mich ständig an den Kopf fassen. „Bringt die alten Halliwells zurück“ oder „Ich werde diese Serie boykottieren“ oder mein Liebling „Die Schauspielerinnen sollen sich verpissen“ waren grob übersetzt die vorherrschende Meinung unter den alten „Charmed“-Fans.

Charmed Reboot: Das lange Warten hat ein Ende

Die beiden Schwestern Mel und Maggie müssen mit ansehen, wie ihre Mutter bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt. Doch während sie um den Verlust ihrer geliebten Mutter trauern, klopft bereits das Schicksal an ihrer Haustür. Und zwar in Form von Macy, die sich als ihre verlorene Schwester vorstellt. Als neues Schwestern-Trio vereint, müssen die jungen Frauen plötzlich seltsame Veränderungen an sich feststellen. Erst als der mysteriöse Harry Greenwood auftaucht, offenbart er ihnen ihre magische Herkunft: Mel, Maggie und Macy sind Hexen.

Über Nacht müssen sie alles vergessen, was sie bisher über sich zu wissen glaubten. Ihre Welt steht plötzlich kopf – und weder Mel noch Maggie noch Macy sind auf irgendeine Weise auf diese unerwartete Lebensveränderung vorbereitet. Kurzerhand beschließen sie, ihre neugewonnenen Fähigkeiten zu akzeptieren und das Buch der Schatten studieren, um mehr über ihre Fähigkeiten und die Welt der Magie herauszufinden. Es soll allerdings nicht lange dauern, bis eine böse Macht in der Nachbarschaft für Unheil sorgt.

Quelle: moviepilot.de

Nun war es am Sonntag endlich soweit und der Sender „The CW“ strahlte die Pilot-Folge des Reboots aus. Vieles erinnert auf Anhieb an die alte Story, allem voran der Schriftzug. Dennoch ist es anders. Ich will in keine Serienkritik eintauchen, denn dafür ist es einfach zu früh. Die Macher haben dennoch einen guten Job gemacht.

Da das Original vor dreizehn Jahren endete, sollte nun wirklich Platz sein, der neuen Generation ein bisschen was von Charmed zu geben. Sie hat es verdient. Die erste Folge war okay. Sicherlich hätte man noch mehr rausholen können, aber ich fand sie gut. Es endet mit einem riesigen Cliffhangar. Die Hälfte der Folge ist aber leider schon durch die diversen Trailer bekannt gewesen.

Special Effects und Kamera-Cuts sind gewöhnungsbedürftig

Was mich noch etwas zwiespältig zurück lässt, sind die Special Effects und die Kameraschnitte. CGI ist sicherlich in der heutige Zeit enorm wichtig. Verglichen mit Serien wie „Once upon a time“ und „The 100“ liegt „Charmed“ irgendwo dazwischen. Man sieht die Special Effects teilweise, aber größtenteils stört es nicht. Was stört, sind diese übertriebenen „Oh-my-goddness“-Kameraschnitte. Irgendwann wurde es super nervig. Ja, okay, wir wissen, dass sie geschockt sind, ihr müsst es nicht alle drei Minuten wiederholen.

Charmed Reboot: Die Story im Schnelldurchlauf

Aber kommen wir zur Story, dem wohl wichtigsten Kriterium der Pilot-Folge im Vergleich zur Original-Serie. Mir gefällt die neue Story. Sie erinnert an die alte Serie und ist doch neu. Wir lernen die Mutter kennen, die ihren beiden Töchtern offenbar verheimlicht, dass sie Hexen sind. Sie spricht von einer Hexenjagd und als sie des nachts angegriffen wird, bittet sie ihre Kinder um Hilfe. Diese kommen aber zu spät und machen sich Vorwürfe. Während die eine es mit sich selbst versucht auszumachen, ist die andere geradezu besessen den Mörder zu finden.

Irgendwann steht eine Frau vor der Tür, die glaubt, die Schwester der beiden zu sein. Und damit beginnt das Drama. Es taucht noch ein Typ auf, der versucht, den dreien die Magie zu lehren. Macy, die neue Schwester, schafft es als erste ihre telekinetischen Zauberkräfte zu kontrollieren. Immerhin ist sie hochbegabt, das erklärt einiges.

Maggie, die jüngste der Vera-Schwestern, stellt fest, dass sie Gedanken lesen kann, wenn sie Menschen berührt. Nur Mel weiß nicht genau, wie sie ihre Kräfte kontrollieren kann. Als ihr die Erkenntnis kommt, muss nicht nur sie, sondern auch der Zuschauer lachen. Ich weiß nicht genau warum, aber Mel und Maggie, vor allem aber Mel, gefallen wir sehr gut. Vielleicht liegt es auch an ihrer Freundin, denn die ist auch toll. Ich vermute mittlerweile, dass sie vielleicht sogar eine magische Rolle spielen wird. Macy hingegen ist mir zu sehr der Fremdkörper in dem Dreieck. Bisher zumindest.

Es folgen Kämpfe, Zaubersprüche, Twists und so weiter. Vielmehr möchte ich gar nicht verraten, da ich sonst noch mehr spoilern würde. Aber ich denke das reicht schon, um euch Ähnlichkeiten und Unterschiede vorzuführen. Generell bin ich trotzdem der Meinung, dass man der Serie ihre Chance geben sollte. Vor allem aber die Zeit, sich entwickeln zu können. Ich denke, dass allein durch den Cliffhangar ein riesiges Potenzial geboten wird. Bleibt zu hoffen, dass es gut umgesetzt wird. Und bitte, macht weniger „oh-my-fu*king-shit“-Cuts.

Was ist mit euch? Gebt ihr dem Reboot eine Chance oder boykottiert ihr die Serie?