Lea Kaib: „Love with Pride“

„Love with Pride“ ist queer, divers und women supporting. Genau das, was im Genre des New Adult eindeutig fehlt. Die Own Voice Autorin Lea Kaib beschreibt das Leben der introvertierten Stella, die gerade ihr Studium beginnt. Neues Kapitel, neues Leben quasi. Im Wohnheim lernt sie Sue kennen, die ihr eine echte Freundin wird. Besonderes Interesse erweckt in Stellas Leben die extrovertierte und mutige Ellie. Nicht nur wegen ihres blauen Haars. Ellie ist Teil einer Studierendenverbindung für Frauen. Stella möchte genau dieser beitreten, um die „alte Stella“ abzulegen. Dabei muss sie sehr oft über ihren eigenen Schatten springen, bis die Schatten ihrer Vergangenheit sie wieder einholen.

Die Geschichte von Stella und Ellie entwickelt sich geschmeidig und ist vor allem von sehr viel Body Positivity, Women Support und Diversity geprägt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es guten Gewissens weiter empfehlen, da die Botschaft der Geschichte für viele im Coming Out Prozess wichtig sein wird. Die Repräsentation von queerer Liebe zwischen Frauen ist hier besonders positiv hervorzuheben.

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Meine Meinung zu „Love with Pride“

Die introvertierte Stella möchte einen Neuanfang. Das Studium scheint perfekt dafür. Sie zieht ins Wohnheim, in dem sie ihre Mitbewohnerin Sue kennenlernt. Sue ist irgendwie anders als Stella und doch verbindet die beiden etwas besonderes. So ist es auch kein Wunder, dass sie in kurzer Zeit zu besten Freundinnen werden. Sue und Stella geben sich jederzeit Hilfe, eine Schulter und ermutigen sich gegenseitig. Dieser Support, den sie sich geben, ist wunderbar.

Auf dem ersten Party-Abend auf dem Campus lernt Stella einige neue Leute kennen u.a. Ellie. Ellie ist extrovertiert, mutig und direkt. Damit kommt nicht jeder Mensch klar. Viel wichtiger jedoch: Sie ist eine der beiden Präsidentinnen einer Studierenden-Verbindung. Genau hier liegt auch der weitere Faktor: Taylor, die andere Präsidentin, kommt mit Ellies Art nicht zurecht, wodurch es immer wieder zu Streitigkeiten kommt.

Irgendwas in Stella möchte fortan unbedingt, dass sie Teil der Verbindung wird. Gemeinschaft. Freundinnen. Loyalität. Das alle reizt sie so sehr, dass sie der Gedanke an die Verbindung nicht mehr los lässt. Sie springt über ihren Schatten und bewirbt sich. Doch, was genau das bedeuten würde, stellt sie erst mittendrin fest. Die größte Mutprobe ihres Leben würde allerdings noch auf sie warten.

Schreibstil

Die Geschichte von Stella und Ellie ist mit einer sehr schönen Atmosphäre gespickt. Detaillierte Beschreibungen geben uns Lesende das Gefühl, mittendrin zu sein. Anfangs war ich noch von der detaillierten Beschreibung mancher Szenen verwirrt, was u.a. daran lag, dass ich zuvor ein Buch mit deutlich weniger Details gelesen hatte.

Vor allem ab dem 2. Drittel der Geschichte nimmt der Schreibstil Fahrt auf. Ich fühlte mich immer mehr von Stella und Ellie auf deren Reise mitgenommen. Im letzten Drittel konnte ich nicht anders, und flog nur so durch die Seiten, weil ich alle Informationen aufsaugen musste.

Mein Herz geht an …

Ellie. Ganz klar. Ich habe mich einfach in ihre Art verliebt. Ihren Mut und ihr warmes Herz. Gleichzeitig fühlte ich mich in bestimmten Situationen von Stella unglaublich verstanden, was daran liegt, dass Stella introvertiert ist und ich ambivert. Dafür, dass die Autorin sich als extrovertiert definiert, hat sie die Charaktere von Stella sehr authentisch beschrieben, was sicherlich an mancher Stelle eine Herausforderung war.

Mir persönlich war dagegen viel wichtiger zu erfahren, was mit Ellie passierte. Ich wollte – wie Stella – mehr von Ellie. Mehr Zeit mit ihr verbringen und sie kennenlernen. An manchen Stellen, habe ich mich so sehr in Stella „eingelebt“, dass ich ihre Gedanken und Verlange bzgl. Ellie selbst gefühlt habe. Auch das spricht für den Schreibstil von Lea Kaib, die mich offensichtlich total in die Story gezogen hat und das, obwohl ich mich anfangs etwas an den Schreibstil gewöhnen musste.

Mein Fazit

Ich habe die Geschichte geliebt. Der Aufbau, der Spannungsbogen und die vielen Rätsel um „davor“ und „danach“ – all das waren meine treibenden Kräfte. Die Story bot alles weitere. Lea Kaib hat mich in die Geschichte von Stella und Ellie nicht nur mitgenommen, sondern mitgerissen. Es ist durch und durch authentisch geschrieben. Vor allem wichtig zu erwähnen, ist das breite Spektrum von Diversität, die einem nicht wie ein Hammer ins Gesicht geschmettert wird, sondern so selbstverständlich ist, wie es im Leben selbst ist.

Repräsentation ist hier groß geschrieben, ohne wirklich zum Thema zu werden. Das wohl schönste ist die Thematik „Labeling“, die gerade bei queeren Menschen immer wieder zum Thema wird. Lea ist hier sehr gut mit dem Thema umgegangen. Was mich auch sehr gefreut hat, dass die Geschichte ohne toxische Dramen auskommt. Vielmehr erleben wir sehr viel Support der Frauen unter sich. Das ist wunderschön zu lesen und sticht damit zwischen den vielen toxischen Liebesromanen heraus, nicht nur, weil es ein WLW Roman ist. Liebs!

Buchdaten zu „Love with Pride“

Titel (Original) Love with Pride
Autorin Lea Kaib
Buchtyp Paperback
Sprache Deutsch
Genre Roman, New Adult, LGBTQIA+, Liebe, Sapphic, WLW, Queer
Seiten 384
Altersempfehlung ab 14 Jahren
Erscheinungsdatum 25.08.2021
Verlag FISCHER New Media
ISBN 978-3-7335-5019-6
Preis (UVP) 13,00 EUR